Pressemitteilungen

An dieser Stelle informieren wir Sie mit unseren Pressemitteilungen über alle besonderen Ereignisse im Geschäftsbereich der BIM.

BIM hat in zehn Jahren über eine Milliarde Euro in Sanierungen investiert

Die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH feiert in diesem Jahr ihren 15. Geburtstag. Seit der Gründung im Jahr 2003 hat sich das Unternehmen unter anderem auch zum Ziel gesetzt, der Politik und Stadtgesellschaft einen flächendeckenden Überblick über den Sanierungsstau in den landeseigenen Immobilien zu verschaffen. Auf der anderen Seite wurde in den letzten zehn Jahren gut eine Milliarde Euro in die Sanierung von Bestandsimmobilien investiert.

Das Portfolio der BIM hat sich in den letzten 15 Jahren konstant vergrößert. Mit diesem wachsenden Portfolio war es auch notwendig, den Sanierungsstau jeweils zu ermitteln und anzupassen.  Während zu Gründungszeiten des Unternehmens lediglich die Hauptverwaltungen zum Portfolio gehörten, kamen mit den Jahren neben den Gerichtsgebäuden auch die Polizei- und Feuerwehrliegenschaften, sowie die Kulturgebäude und Oberstufenzentren hinzu, während die Zuständigkeit für die bezirklichen Immobilien wie Rathäuser und allgemeinbildende Schulen auch dort verblieben ist. Dazu Sven Lemiss, einer der beiden Geschäftsführer der BIM: „Am 31. Dezember 2003 hat die BIM mit gerade einmal 24 Beschäftigten begonnen, sich um 87 Gebäude zu kümmern. Heute haben wir mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für ein sehr heterogenes Portfolio von rund 5.000 Liegenschaften verantwortlich sind. In diesem Portfolio verzeichnen wir lediglich einen Leerstand von unter zwei Prozent, der sich aus strukturellen Anforderungen ergibt und damit auch nicht mehr wesentlich zu verringern sein wird. So benötigen wir gerade für komplexe Sanierungen entsprechende Baufreiheiten.“

Wenn sich auch der individuelle Sanierungsstau in den einzelnen Teilportfolien seit Übernahme durch die BIM nicht weiter erhöht hat, der Werteverfall somit gestoppt werden konnte, wurde seitens des Unternehmens in den vergangenen Jahren stets betont, dass die finanziellen Mittel für Sanierungsarbeiten erweitert werden müssten, um den Instandhaltungsrückstau auch tatsächlich abbauen zu können. Nach Zeiten des Sparens hat sich dabei in den letzten Jahren einiges getan. Das Baubudget hat sich mittlerweile signifikant erhöht: Während der BIM im Jahr 2016 beispielsweise noch 78 Millionen Euro zur Verfügung standen, sind es zwei Jahre später im Jahr 2018 bereits 128 Millionen Euro. „Die Erhöhung des Baubudgets ist erfreulich. Vor allem die Mittel für die Polizei- und Schulportfolien sind in diesem Jahr kräftig gestiegen: Während 2016 in den beiden Portfolien zusammen rund 21 Millionen Euro zur Verfügung standen, können wir für 2018 auf 58 Millionen Euro für diese Liegenschaften zurückgreifen“, so Lemiss weiter.

Um das gestiegene Budget verbauen zu können, benötigt die BIM jedoch auch mehr Baumanagerinnen und Baumanager als in den Jahren zuvor: „Wir befinden uns bei der Gewinnung von Fachkräften in einem harten Wettbewerb. Als attraktiver Arbeitgeber können wir hier natürlich auch mit unserem einzigartigen Portfolio bestechen. Aber auch die Tatsache, dass sich der Arbeitsort in einem Landesunternehmen ausschließlich auf die Heimatregion beschränkt, zieht viele potentielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an. Wir freuen uns über jede weitere engagierte Fachkraft, die mit uns die Entwicklung Berlins mitgestalten möchte“, betont Lemiss.

Gemeinsam die Zukunft Berlins gestalten

Die wachsende Metropole fit für die Zukunft zu machen, gehört zu den wichtigsten Aufgaben der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM). Klar ist: Dies ist nur gemeinsam mit der Zivilgesellschaft möglich. Aktuelle Verfahren wie beim Haus der Statistik oder dem Palais am Festungsgraben stehen beispielhaft für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Die BIM kann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurückblicken. Insgesamt hat sie einen Umsatz von 910 Mio. Euro erzielt sowie insgesamt 288 Mio. Euro aus SILB, SODA, BIM und Liegenschaftsfonds an das Land Berlin ausgeschüttet. Durch Projekte wurden rund 12 Mio. Euro eingespart. 150 Baumaßnahmen wurden in 2017 umgesetzt und dabei rund 41 Mio. Euro in den Abbau des Sanierungsstaus an landeseigenen Immobilien investiert.

Die Berliner Polizeiliegenschaften stellen dabei das größte Segment der BIM dar. Dazu Dr. Margaretha Sudhof, Staatssekretärin der Senatsverwaltung für Finanzen und Aufsichtsratsvorsitzende der BIM: „Die Polizeiliegenschaften machen nicht nur das größte, sondern auch das herausforderndste Portfolio der BIM aus. Ich bin allerdings zuversichtlich, dass die BIM diesen Anforderungen gerecht wird. Zeit- und Kostenbudgets wurden bisher bei allen Projekten stets eingehalten. Mit dem Bau der neuen Modulwache am Alexanderplatz oder der Polizeisporthalle in der Charlottenburger Chaussee wurden im vergangenen Jahr bereits wichtige Projekte erfolgreich umgesetzt. Um den Bedürfnissen der Polizeibeamtinnen und -beamten noch besser gerecht zu werden, hat der Aufsichtsrat die Forderung der BIM nach einem höheren Budget für Bau- und Sanierungsmaßnahmen unterstützt. Es ist gut, dass im aktuellen Doppelhaushalt pro Jahr nun insgesamt 36,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen und damit erstmals sichtbare Veränderungen geleistet werden können. Es geht voran in den Polizeiliegenschaften. Nichtsdestotrotz wird es mit dem aktuellen Budget noch etwa zehn Jahre dauern, um alle notwendigen Maßnahmen umsetzen zu können.“

Die Transparente Liegenschaftspolitik des Landes Berlin sieht eine Abkehr von Verkäufen zum Höchstpreis im Zuge von Bieterfahren vor und richtet stattdessen ihren Blick auf den künftigen Bedarf. Diesem Ansatz trägt die BIM mit Hilfe verschiedener Verfahren Rechnung. Dazu Birgit Möhring, Geschäftsführerin der BIM: „Die BIM hat die Aufgabe, die wachsende Stadt mitzugestalten. Um dabei kulturelle, soziale, wirtschafts- und umweltpolitische Interessen gleichermaßen zu fördern und gesellschaftliche Partizipation möglich zu machen, setzen wir zunehmend auf Konzept- und Interessenbekundungsverfahren sowie auf die verstärkte Vermarktung per Erbbaurecht. Zu den Verfahren Schöneberger Linse und Palais am Festungsgraben wird es 2018 eine Entscheidung geben.“

Im Oktober 2017 erwarb das Land Berlin das ehemalige „Haus der Statistik“ in der Otto-Braun-Straße 70-72 nahe des Alexanderplatzes von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Mit Sanierung, Herrichtung und Leerstandsmanagement der Immobilie wurde die BIM betraut. Seit der Übernahme des Hauses bis zum Beginn der Instandsetzungsmaßnahmen wird gemeinsam mit den Partnern Bezirk Mitte, der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) und der Initiative Haus der Statistik eine Zwischenbewirtschaftung gestaltet. Dazu Sven Lemiss, Geschäftsführer der BIM: „Uns ist es besonders wichtig, vielen Menschen die Möglichkeit zu bieten, an der Wiederbelebung dieses historischen und einzigartigen Ortes am Alexanderplatz mitzuwirken. Geplant sind zum Beispiel Ausstellungen, politische Diskussionen, Informationsveranstaltungen und Nachbarschaftstreffen. Auch soziale und kulturelle Projekte sollen in das Haus einziehen. Im ehemaligen Haus der Statistik sollen sich nicht nur Landesnutzer wie die BIM, sondern alle Bürger Berlins wiederfinden. Gemeinsam mit der Bürgergesellschaft möchten wir Lösungen für die Herausforderungen der wachsenden Stadt erarbeiten und so die Zukunft Berlins mitgestalten.“ Für den Zweck der transparenten Berichterstattung über den Fortschritt am Haus der Statistik steht der interessierten Öffentlichkeit ab heute die Website www.haus-am-alex.de zur Verfügung.

Zur Geschichte des Hauses:

Von 1968 bis 1970 entstand ein dreiteiliger neun- bis zwölfgeschossiger Stahlskelettbau für die Zentralverwaltung für Statistik der DDR mit einer geplanten Mischnutzung. Während die oberen Etagen dem Ministerium für Staatssicherheit vorbehalten waren, wurde das Erdgeschoss durch mehrere Geschäfte aufgelockert. Es gab mit der „Jagdklause“ und „Mocca-Eck“ zwei Gaststätten, ein Geschäft für Jagd- und Anglerbedarf und „Natascha“, dem Laden für Produkte aus der UdSSR. Auch Kunst fand Einzug. Der Kunstschmied Achim Kühn schuf „Tiere im Geäst“, eine Schmiedarbeit, für die Fassade der „Suhler Jagdhütte“ und ein kupfernes Relief  für den Haupteingang. Von Ronald Paris stammte das neun Meter lange Epochenbild „Lob des Kommunismus“.

Der Gebäudekomplex bestand aus sieben mehrgeschossigen Bauteilen und Flachbauten. Die Flachbauten nahmen das Rechenzentrum, das Großarchiv und die Bibliothek auf. 1957 wurde ein einheitliches System von Rechnungsführung und Statistik entwickelt, dessen Hauptaufgabe die Bereitstellung von Informationen und Analysen für die Planung und Leitung der Volkswirtschaft war. Besonders wichtig waren die Erfassung und Aufbereitung von Daten für die Fünfjahrespläne der DDR.

In der Rathausuhr schlägt bald ein neues Herz

Das rund 60 Jahre alte Uhrwerk im Turm des Roten Rathauses hat seine besten Zeiten hinter sich. Nachdem zuletzt immer häufiger Reparaturen notwendig waren, muss es nun ausgetauscht werden. Die goldenen Zeiger der Turmuhr werden deshalb ab heute bis einschließlich 26. März 2018 auf 12 Uhr stehen bleiben.

Die Berliner Rathausuhr zeigte vor allem im vergangenen Jahr immer öfter altersbedingte Verschleißerscheinungen, etwa an den Lagerbuchsen sowie der Aufzugvorrichtung. Zudem entspricht das komplizierte mechanische Werk nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik und fiel in den letzten Jahren trotz verschiedener Reparaturen bereits mehrfach aus. Nach einer Havarie im Jahr 2016 mussten einige Teile sogar nachproduziert werden. Die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) beschloss deshalb, einen Austausch des Uhrwerks vornehmen zu lassen.

„Wir freuen uns, dass wir mit dem Werkaustausch der Rathausuhr neues Leben einhauchen können. Die Rathausuhr gehört mit zu den Wahrzeichen der Stadt und soll nun möglichst lange ohne Unterbrechung laufen“, so Sven Lemiss, Geschäftsführer der BIM.

Mit der technischen Umsetzung des Austausches wurde die Firma C.F. Rochlitz betraut. Der Turmuhrenhersteller kümmert sich bereits seit 1990 um die Wehwehchen der Rathausuhr und wird das mechanische Werk durch ein elektrisches ersetzen. „Wir betreuen die Rathausuhr mittlerweile seit fast 30 Jahren, sind seitdem alle drei Monate vor Ort zur Inspektion. Die vielen Macken und Verschleißerscheinungen, die so ein altes Uhrwerk mit sich bringt, nahmen im vergangen Jahr immer mehr zu. Deshalb war es einfach an der Zeit, ein neues Antriebswerk einzubauen“, erklärt Klaus Lumbeck, Inhaber der Firma C. F. Rochlitz. Neben der Turmuhr im Roten Rathaus ist die 1824 gegründete Firma für über 70 Objekte in Berlin und Brandenburg, darunter auch die Rathausuhren in Steglitz, Tempelhof und Neukölln, verantwortlich. Mit dem Wechsel des Werks werden bis zu drei Techniker rund eineinhalb Wochen beschäftigt sein. Dabei wird das bisherige Antriebswerk von den Umlenkgetrieben der Zeigerwerke getrennt. Das neue Antriebswerk wird dann mittels Adapter mit den Zeigerwerken verbunden.

Über die Berliner Rathausuhr

Die Uhr im Roten Rathaus wurde Mitte des 19. Jahrhunderts vom Mannheimer Turmuhrenfabrikanten Johann Mannhardt gefertigt. Die Konstruktion stellt allein aufgrund ihrer Dimensionen - die vier Ziffernblätter haben einen Durchmesser von 4,75 Metern - eine Besonderheit dar. Das Glockenspiel erklingt alle 15 Minuten mit dem Ton C sowie zu jeder vollen Stunde im Ton D. Seit 2006 bleibt die Uhr jedoch aufgrund von Anwohnerbeschwerden in der Zeit von 22 bis 6 Uhr stumm.

Eröffnung der Alex-Wache – Mehr Polizei auf dem Alexanderplatz für mehr Sicherheit in der Stadt

Berlins Innensenator Andreas Geisel hat heute gemeinsam mit dem Polizeipräsidenten Klaus Kandt, dem Präsidenten des Bundespolizeipräsidiums Dr. Dieter Romann, dem Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel und Sven Lemiss, Geschäftsführer der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, die neue Polizeiwache am Alexanderplatz feierlich eröffnet.

Innensenator Andreas Geisel lobte die neue Wache als einen wichtigen Baustein im Gesamtkonzept zur Kriminalitätsbekämpfung am Alexanderplatz. „Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern zeigen: Die Polizei ist da, wo sie gebraucht wird. Sichtbar, ansprechbar und hilfsbereit.“ Geisel betonte mit Blick auf die Gesamtsituation auf dem Alexanderplatz und dem angrenzenden Rathausforum, dass neben der Polizeiarbeit auch präventive Maßnahmen wie Sozial- und Jugendarbeit sowie städtebauliche Instrumente notwendig seien, um die Lage in den Griff zu bekommen. „Aus polizeilicher Sicht kann ich sagen: Die Alex-Wache ersetzt keine Polizei, sondern erhöht die Zahl der Polizistinnen und Polizisten an diesem kriminalitätsbelasteten Ort“, sagte Berlins Innensenator. Damit sei für den Alexanderplatz ein Sicherheitspaket geschnürt, mit dem man der Kriminalitätsentwicklung wirksam und nachhaltig begegne.

Polizeipräsident Klaus Kandt sagte dazu: „Ich freue mich sehr, dass wir die Alex-Wache im Herzen der Stadt eröffnen können. Diese Wache und die dort arbeitenden Kolleginnen und Kollegen sind ein starkes Zeichen für das, was uns wichtig ist: Maximale Transparenz, schnelle Einsatzfähigkeit und Bürgernähe rund um die Uhr. Die Alex-Wache wird sicherlich als Visitenkarte der Polizei Berlin angesehen, deshalb war es mir wichtig, dass dieses Gebäude ein professionelles und sicheres Umfeld für die Menschen bietet, die dort ihren Dienst versehen werden.“

Für die Alex-Wache stehen zukünftig 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berliner Polizei zur Verfügung. In der 70 Quadratmeter großen Wache wird sie rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr mit permanent 3 Beamtinnen und -beamten präsent und ansprechbar sein. Die Alex-Wache ist auch „Anlauf- und Arbeitsstätte“ für die Bundespolizei und das Ordnungsamt Mitte.

Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel, zeigte sich erfreut über die Eröffnung der Polizeiwache an diesem sehr prominenten Ort. „Die Ereignisse der Vergangenheit haben gezeigt, dass der Alexanderplatz von einer steten Polizeipräsenz nur profitieren kann. Mit der Unterstützung der Senatsinnenverwaltung und der Senatsfinanzverwaltung ist nun auch sichergestellt, dass das Ordnungsamt Mitte in Zukunft den Alexanderplatz an 365 Tagen des Jahres von 6.00 bis 22.00 Uhr bestreifen kann. Durch die Präsenz von Polizei, Ordnungsamt und Sozialarbeit am Alexanderplatz erwarte ich einen echten Qualitätssprung hinsichtlich Sicherheit und Aufenthaltsqualität am Alexanderplatz.“

Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann, sagte anlässlich der Eröffnung: "Ich bin sehr froh, dass wir die kombinierte Polizeiwache auf dem Berliner Alexanderplatz schon heute eröffnen können. Aus meiner Sicht steht diese sinnbildlich für die hervorragende Kooperation zwischen der Polizei des Landes Berlin, dem dortigen bezirklichen Ordnungsamt und der Bundespolizei. Bezirk, Land, Bund - Hand in Hand für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger, genau so soll es sein."

Die neue Wache wurde gebaut von der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH. Deren Geschäftsführer Sven Lemiss sagte zum Abschluss: „Die BIM als Immobiliendienstleister hat ihre Verantwortung für die Stadt wahrgenommen und ich freue mich, die Alex-Wache heute nach nur 99 Tagen Bauzeit pünktlich zu übergeben.“

Kontakt:
Senatsverwaltung für Inneres und Sport
Pressestelle
Klosterstr. 47
10179 Berlin

Tel.: (030) 90223 –2730
Fax: (030) 90223- 2733
E-Mail: pressestelle(at)seninnds.berlin.de

Dank rostigem Käfer: BIM spendet über 5.000 Euro für Geflüchtete

In einer Garage auf einer von der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) verwalteten Liegenschaft wird 2016 ein alter VW Käfer gefunden. Auf Ebay erzielt der marode Oldtimer stolze 5.065 Euro, die heute an den Interkulturanstalten Westend e. V. in Charlottenburg-Wilmersdorf gespendet wurden.

Als Mitarbeiter der BIM im Oktober 2016 auf einer ihrer Liegenschaften in Altglienicke eine nicht mehr genutzte Garage aufschließen, staunen sie nicht schlecht. Vor ihnen steht ein stark von Rost befallener Oldtimer, allem Anschein nach ein VW Käfer Ovali. Von Fensterscheiben, Kotflügeln, Sitzen und Außenspiegeln fehlt jede Spur. Spinnen haben bereits ihre Netze in allen Winkeln des Fahrzeugs gesponnen. Laub eines längst vergangenen Jahrzehnts macht sich im Innenraum breit. Was tun mit dem rostigen Gefährt?

Als die Nachricht des gefundenden Käfers durch die Büros der BIM geistert, entbrennen rege Diskussionen. Die Baudekade wird erst auf die Siebziger, später auf die Fünfziger Jahre datiert. Besonders das Faltdach hat es den Autoliebhabern unter den BIM-Mitarbeitern angetan. Für sie ist klar: Der kleine, rostige Käfer ist ein Juwel. Etwas in die Jahre gekommen zwar, aber durchaus von nostalgischem Wert. Schließlich entscheidet man sich dazu, den Wagen für einen guten Zweck auf Ebay zu versteigern. Für die meisten bleibt jedoch immer noch völlig unklar, wozu ein rostiger Käfer noch gut sein soll. Schnell sollte klar werden, wie sehr sie sich täuschten.

Das Mindestgebot von 500 Euro wird noch am ersten Tag erreicht. Zwei Tage später ist bereits die 1.000 Euro-Marke gesprengt. Zwei Tage darauf: 2.000 Euro. Spätestens jetzt reiben sich die meisten BIM-Mitarbeiter verdutzt die Augen. Am letztem Tag der Auktion dann der große Bieterrausch: 2.500 - 3.800 - 5.000 – sieben Sekunden vor Auktionsende schließlich das letzte Gebot: 5.065 Euro. Ein Oldtimer-Liebhaber aus Belgien, rund 700 Kilometer von Berlin entfernt, erhält den Zuschlag.

Das Geld kommt nun dem Interkulturanstalten Westend e. V. in Charlottenburg-Wilmersdorf zugute. Hardy-Rudolf Schmitz, Vorsitzender des Vereins, nahm den Scheck heute von Frau Birgit Möhring, Geschäftsführerin der BIM, in den historischen Vereinsräumen im Berliner Westend entgegen.

„Dass der von uns entdeckte Oldtimer noch eine so hohe Summe erzielen konnte, hat uns alle schon überrascht. Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit dem Geld nun die couragierte Arbeit des Interkulturanstalten Westend e. V. unterstützen und einen weiteren Beitrag zu mehr Integration für ein vielfältiges Berlin leisten können“, sagt Birgit Möhring.

„Im nächsten Jahr möchten wir die Veranstaltungsreihe ‚Interkultur am Samstag‘ mit Musikern und Schriftstellern weiter fortsetzen. Mit der großzügigen Spende der BIM kann es nun mit Schwung weitergehen. Zudem werden wir ein ordentliches E-Piano kaufen, das uns bisher schmerzlich gefehlt hat. Dass ein fast schrottreifer alter Käfer uns dabei hilft, geflüchteten Menschen zu helfen, klingt schon etwas verrückt. Aber in Berlin ist eben alles möglich“, freut sich Hardy Rudolf Schmitz.

Über den Interkulturanstalten Westend e. V.

Der Interkulturanstalten Westend e. V. engagiert sich seit 2016 für Menschen, die von Flucht und Vertreibung betroffen sind, in dem ein familiäres Umfeld geschafft werden soll, das anstiftet, selbst aktiv zu werden. Dabei setzt man auf interkulturellen Dialog, Kunst, Kultur, Alltagshilfe und vor allem auf persönliches Kennenlernen. Das Sprachcafé, der Filmclub am Freitag, Kulturveranstaltungen am Samstag, spezielle Sprachangebote, Kinderbetreuungsangebote,  Kunstworkshops inklusive einer kleinen Druckerei sowie eine Bibliothek mit Computern schaffen ein breites Angebot.

Das Westend in Charlottenburg-Wilmersdorf ist eine der ältesten Villenkolonien Berlins. Hier wurden in den letzten Jahren mehrere Flüchtlingsheime eingerichtet. Im Winter 2015 lebten hier 3.500 geflüchtete Erwachsene mit ihren Kindern und 300 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in verschiedenen Unterkünften.