Im Jahr 2017 führte die BIM im Namen des Landes Berlin die Verhandlungen zur Übernahme des Hauses der Statistik in das SILB (Sondervermögen Immobilien des Landes Berlin).

Zusammen mit vier weiteren Kooperationspartnern (der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, dem Bezirk Mitte, der ZUsammenKUNFT Berlin eG (ZKB eG) und der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH (WBM)) soll nun in einer gemeinsamen Projektentwicklung die Nutzungen geplant werden.

Zukünftig soll das Haus der Statistik als Ort für Verwaltung, ein neues Rathaus für Mitte sowie Kultur, Bildung, Soziales und Wohnen dienen und als solcher Modellcharakter erhalten.

Bis zum Beginn der Instandsetzungsmaßnahmen ist gemeinsam mit den Partnern eine Zwischenbewirtschaftung geplant. Diese soll sich in vielfältigsten Varianten zeigen und möglichst vielen Menschen die Möglichkeit bieten, an der Entwicklung dieses einzigartigen Gebäudes am Alexanderplatz teilzuhaben.

Der Startschuss für die Zwischennutzung fiel am 7.9.2018 mit der feierlichen Eröffnung der „Werkstatt Haus der Statistik“ und dem damit verbundenen 4-monatigen integrierten Werkstattverfahren.

Zur Geschichte des Hauses

Von 1968 bis 1970 entstand ein dreiteiliger neun- bis zwölfgeschossiger Stahlskelettbau für die Zentralverwaltung für Statistik der DDR mit einer geplanten Mischnutzung. Das Erdgeschoss wurde durch mehrere Geschäfte aufgelockert. Es gab mit der „Jagdklause" und „Mocca-Eck" zwei Gaststätten, ein Geschäft für Jagd- und Anglerbedarf und „Natascha", dem Laden für Produkte aus der UdSSR. Auch Kunst fand Einzug. Der Bildhauer und Kunstschmied Achim Kühn schuf „Tiere im Geäst", eine Schmiedearbeit, für die Fassade der „Suhler Jagdhütte" und ein kupfernes Relief für den Haupteingang. Von Ronald Paris stammte das neun Meter lange Epochenbild „Lob des Kommunismus".

Der Gebäudekomplex bestand aus sieben mehrgeschossigen Bauteilen und Flachbauten. Die Flachbauten nahmen das Rechenzentrum, das Großarchiv und die Bibliothek auf. 1957 wurde ein einheitliches System von Rechnungsführung und Statistik entwickelt, dessen Hauptaufgabe die Bereitstellung von Informationen und Analysen für die Planung und Leitung der Volkswirtschaft war. Besonders wichtig waren die Erfassung und Aufbereitung von Daten für die Fünfjahrespläne der DDR.

Mehr zur Historie des Hauses können Sie hier lesen.

Ein neues Gesicht mit altem Charme

Die Fassade des seit 2008 leer stehenden Hauses der Statistik in der Otto-Braun-Straße in Mitte weist gravierende Schäden auf. Die BIM ist verantwortlich für die Herrichtung und Sanierung des Gebäudes und hatte im Februar einen offenen Wettbewerb initiiert, um am Ende das beste Konzept für Sanierung und Gestaltung der Fassade zu küren. Dabei wurden auch Ergänzungsmöglichkeiten der Bestandsgebäude erörtert. Lesen Sie hier mehr über die Ausrichtung des Fassadenwettbewerbs und die Gewinnerentwürfe.

Projektpartner

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
Bezirksamt Mitte von Berlin
Zusammenkunft
WBM
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