Das ehemalige Haus der Statistik - ein Projekt mit Modellcharakter

Ende 2017 wurde das 64.627 m2 - große leer stehende Areal (Bruttogesamtfläche) am Alexanderplatz vom Land Berlin gekauft.

Seitdem arbeitet die BIM gemeinsam mit den Kooperationspartnern Bezirk Mitte, Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM), Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sowie der ZUsammenKUNFT Berlin eG („Koop5“) an einem gemeinsamen Konzept zur zukünftigen Nutzung.

Entstehen soll ein gemischtes Quartier mit Verwaltung, ein neues Rathaus für Mitte sowie Kultur, Bildung, Soziales und Wohnen.

Sowohl durch die Vielfalt der Kooperationspartner als auch durch die breite Mitwirkung der Stadtgesellschaft hat das Projekt jetzt schon Modellcharakter. In einem sechsmonatigen integrierten Werkstattverfahren wurde in einem konsequent partizipativen und dialogischen Prozess ein städtebauliches Konzept für das Haus der Statistik entwickelt. Dazu gab es zahlreiche Formate, in denen sich die Nachbarbarschaft und weitere Interessierte austauschen und einbringen konnten: von Ausstellungen bis Informationsveranstaltungen, von Themenabenden über Workshops bis hin zu Nachbarschaftstreffen und Jurysitzungen mit gewählten Vertretern der Stadtgesellschaft.

Parallel dazu hat die BIM als Vorbereitung für die Sanierung mit der Schadstoffbereinigung im Haus der Statistik begonnen.

Im Sommer 2019 ist dann auch die Pioniernutzung gestartet. Mehr Informationen dazu finden Sie hier: https://hausderstatistik.org/pioniernutzungen/

Zur Geschichte des Hauses

Von 1968 bis 1970 entstand ein dreiteiliger neun- bis zwölfgeschossiger Stahlskelettbau für die Zentralverwaltung für Statistik der DDR mit einer geplanten Mischnutzung. Das Erdgeschoss wurde durch mehrere Geschäfte aufgelockert. Es gab mit der „Jagdklause" und „Mocca-Eck" zwei Gaststätten, ein Geschäft für Jagd- und Anglerbedarf und „Natascha", dem Laden für Produkte aus der UdSSR. Auch Kunst fand Einzug. Der Bildhauer und Kunstschmied Achim Kühn schuf „Tiere im Geäst", eine Schmiedearbeit, für die Fassade der „Suhler Jagdhütte" und ein kupfernes Relief für den Haupteingang. Von Ronald Paris stammte das neun Meter lange Epochenbild „Lob des Kommunismus".

Der Gebäudekomplex bestand aus sieben mehrgeschossigen Bauteilen und Flachbauten. Die Flachbauten nahmen das Rechenzentrum, das Großarchiv und die Bibliothek auf. 1957 wurde ein einheitliches System von Rechnungsführung und Statistik entwickelt, dessen Hauptaufgabe die Bereitstellung von Informationen und Analysen für die Planung und Leitung der Volkswirtschaft war. Besonders wichtig waren die Erfassung und Aufbereitung von Daten für die Fünfjahrespläne der DDR.

Mehr zur Historie des Hauses können Sie hier lesen.

Ein neues Gesicht mit altem Charme

Die Fassade des seit 2008 leer stehenden Hauses der Statistik in der Otto-Braun-Straße in Mitte weist gravierende Schäden auf. Die BIM ist verantwortlich für die Herrichtung und Sanierung des Gebäudes und hatte im Februar einen offenen Wettbewerb initiiert, um am Ende das beste Konzept für Sanierung und Gestaltung der Fassade zu küren. Dabei wurden auch Ergänzungsmöglichkeiten der Bestandsgebäude erörtert. Lesen Sie hier mehr über die Ausrichtung des Fassadenwettbewerbs und die Gewinnerentwürfe.

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