Stadtbad Steglitz – BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH startet Interessenbekundungsverfahren

Am 26. Oktober 2020 beginnt die Suche nach Interessenten für die zukünftige Nutzung des historischen Stadtbades im Herzen des Bezirks. 

18 Jahre ist es her, dass das Stadtbad Steglitz in seiner ursprünglichen Funktion ein letztes Mal die Türen öffnete. Die BIM, die das denkmalgeschützte Gebäude 2016 übernahm, startet nun das offizielle Interessenbekundungsverfahren für den leerstehenden Gebäudekomplex mit einer Fläche von 3.360 Quadratmetern. Dabei geht es in erster Linie darum, den Markt bis Ende des Jahres nach potentiellen Interessenten mit guten und wirtschaftlichen Ideen zu durchleuchten. „Für die BIM sind vorgeschaltete Interessenbekundungsverfahren mitunter ein wichtiger erster Test der aktuellen Marktsituation bevor wir ein aufwendiges Konzeptverfahren ins Leben rufen. Gerade bei Objekten wie dem Stadtbad Steglitz mit langem Leerstand möchten wir vorab herausfinden, ob trotz des relativ schlechten baulichen Zustandes der Markt Ideen für eine teilweise Wiederaufnahme eines Schwimmbetriebes entwickelt“, erklärt Birgit Möhring, Geschäftsführerin der BIM, die Intention hinter dem anstehenden Interessenbekundungsverfahren. Im Idealfall können dadurch Nutzungskriterien für das spätere Konzeptverfahren abgeleitet werden.

Die zukünftige Nutzung beschäftigt auch Cerstin Richter-Kotowski, Bezirksbürgermeisterin Steglitz-Zehlendorf: „Das Stadtbad Steglitz – ein Kleinod im Bezirk! Als ich es zum ersten Mal betreten habe, bin ich seinem Charme erlegen. Ich wünsche mir hier einen lebendigen Ort und Wasser im Becken. Es wäre sehr schön, wenn dort bald wieder Kinder schwimmen lernen können.“

Zur Historie des Steglitzer Stadtbades: Das einstige Vorzeigeobjekt der preußischen Landgemeinde Steglitz öffnete 1908. Gebaut nach Plänen des Gemeindebaurats Richard Blunck, hob es sich mit seinem architektonischen Mix aus Jugendstil und Historismus von Berlins öffentlichen Bädereinrichtungen ab. Besonders beeindruckend waren schon damals das 21 mal 9 Meter große Schwimmbecken sowie der Heilbädersektor mit einem russisch-römischem Dampfbad, Massagebänken und Therapiekabinen. 1940 musste das Stadtbad Steglitz erstmalig aufgrund von kriegsbedingtem Kohlemangel seinen Betrieb einstellen. Bei der Wiedereröffnung neun Jahre später waren die Schäden der Kriegsjahre noch immer sichtbar. Die Sanierung des Bades ließ aufgrund der Berlin-Blockade und einer hohen Besucherfrequenz bis in die 1970er Jahre auf sich warten und wurde sukzessive bis in die 80er Jahre fortgeführt. 2002 wurde der Badebetrieb aus betriebswirtschaftlichen Gründen eingestellt. Nach der Zwischennutzung als Café, Theater und Event-Location durch eine private Betreiberin, ging das Gebäude in der Körnerstraße 52 in den Bestand der BIM über. Zuletzt wurde es vor allem an Filmproduktionen und Fotografen vermietet.

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