Neue Ateliers in ehemaligem Gefängnis

Das einstige Frauengefängnis in der Lehrter Straße 61 wird zum Hotspot für die Kunst: Die BIM hat das Gebäude saniert und 81 Ateliers und Musikproberäume für die Freie Szene geschaffen.

Wo einst Zellentüren ins Schloss fielen, erklingen heute Gitarrenakkorde und lebhafte Künstler:innengespräche. Am 3. September fand in der Lehrter Straße 61 in Moabit die symbolische Schlüsselübergabe für einen neuen Kulturstandort statt. Nach einer umfassenden, denkmalgerechten Sanierung durch die BIM arbeiten hier seit August rund 140 Künstler:innen in 32 Ateliers und 49 Musikproberäumen. Das Land Berlin investierte 17,7 Millionen Euro in das Projekt, das historische Justizarchitektur mit den Anforderungen moderner Kulturarbeitsräume verbindet.

Kunst im historischen Kontext

Das Gebäude mit rund 7.000 Quadratmetern Nutzfläche blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Zwischen 1898 und 1902 als Nördliche Militär-Arrestanstalt errichtet, diente es später unter anderem als Frauengefängnis und war in den 1970er-Jahren Schauplatz verschärfter Haftbedingungen für Mitglieder der „Baader-Meinhof-Gruppe“. Nach dem Ende des Justizvollzugs 2013 war das Ensemble als Zwischennutzung eine begehrte Filmkulisse, unter anderem für die Serie „Babylon Berlin“.

Weiterer Ausbau

Es bleibt ein dynamischer Standort: Ab Ende 2026 startet direkt nebenan im ehemaligen Gerichtsgebäude in der Lehrter Straße 60 der zweite Bauabschnitt. Dort entstehen flexibel nutzbare Räume, die stunden- oder tageweise an wechselnde Künstler:innen gebucht werden können. Ein Projekt, das nicht nur Denkmalschutz und moderne Nutzungsbedürfnisse vereint, sondern auch Berlin als Heimat für unabhängige Künstler:innen nachhaltig sichert.

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