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Ausgabe: 1/2008


Die neue Ausgabe von BIM News ist da! Es wird von einem großen Projekt in Alt-Friedrichsfelde berichtet und von einem Mitarbeiter, der über Millionen von Quadratmetern verfügt. Ein besonderes Anliegen der BIM ist das Thema Energiesparen. Dass der Ombudsmann gegen Korruption arbeitslos blieb, haben wir erwartet und uns über den Anlass für offene Türen beim Finanzamt gefreut. Ein baugeschichtlicher Abriss über den Sitz der Senatsverwaltung für Justiz rundet den Themenkatalog ab.

 

Wir hoffen, es ist etwas Spannendes für Sie dabei.
Bis zur nächsten Ausgabe!

  

Sven Lemiss

Geschäftsführer

 

Ein Standort mit wechselvoller Geschichte


Alt-Friedrichsfelde 60: links vor der Sanierung 2005, rechts danach im April 2008
Alt-Friedrichsfelde 60: links vor der Sanierung 2005, rechts danach im April 2008

Ende der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts veränderte die Straße Alt-Friedrichsfelde ihr Gesicht. Neue Gebäude wurden gebaut, viele modernisiert. Eine Veränderung der besonderen Art ergab sich mit dem riesigen Gebäudekomplex der ehemaligen Bezirksverwaltung Berlin des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, das 1992 – nach Auflösung des MfS – durch ein Verwaltungszentrum abgelöst wurde.

Der auf einer Bruttogrundfläche von 105.000 m² errichtete Gebäudekomplex entsprach der in der DDR üblichen Fertigbauweise aus Stahlbetonskeletten. „Bei dieser Bauweise handelt es sich um ein Tragsystem aus Stützen und Riegeln, einer Vorhangfassade aus Brüstungsplatten und durchgehenden Fensterbändern. Die Fenster bestanden aus einer Aluminium-/Holzverbundkonstruktion“, beschreibt Michael Neuse vom Baumanagement der BIM die vorgefundene Situation. Erhöhte Betriebskosten, u. a. hervorgerufen durch den Zustand der Fenster und der Tatsache, dass die Gebäude heutigen bauphysikalischen Anforderungen in keiner Weise gerecht wurden, erhielt die BIM im Jahre 2004 vom Senat den Auftrag, die Fassaden der Häuser 1-3 zu sanieren. Im Vorfeld wurden  bereits die Dachflächen in einer Größenordnung von 6.400 m² und einem Investitionsaufwand von 1,0 Mio.€ komplett instand gesetzt.

 

Vorher-Nachher-Bild von einem Gebäude in Alt-Friedrichsfelde 60

Daraus entwickelte sich ab 2005 ein Gesamtgestaltungskonzept zur abschnittweisen Fassadensanierung der genannten Häuser. Ein weiteres Ziel war, die zu sanierenden Gebäude mit den bereits vorhandenen Neubauten in Beziehung zu bringen. In Zahlen ausgedrückt bedeutete das: 26.000 m² Fassade wurden modernisiert und ca. 1.660 Fenster ausgetauscht. Und das alles bei laufendem Bürobetrieb! Der renommierte Farbgestalter, Friedrich Ernst von Garnier wurde hinzugezogen und entwickelte ein Konzept zur Gestaltung der Fassaden getreu seiner kürzlich in einem Interview geäußerten Maxime: der Mensch lebt in und durch Farbe.

Der Rhythmus der Fassaden blieb erhalten, Brüstungen wurden mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen und für die  Fensterreihung spezielle Sandwichpaneele geplant. Alle Fassadenteile, wie Putzfarben, Jalousiekästen, Fensterbleche, Eingangstüren, Vordächer usw. wurden in die Gestaltung einbezogen.

Wenn Ende Mai 2008 nach drei Jahren intensiver Bautätigkeit, einem Kostenaufwand von 7,5 Mio € fünf Bereiche des Bezirksamtes Lichtenberg ihr neues Domizil in Alt-Friedrichsfelde 60 bezogen haben werden, finden die Mitarbeiter Büros vor, die sowohl in bauphysikalischer als auch in ästhetischer Hinsicht heutigen Anforderungen entsprechen und die von der BIM geleisteten Anstrengungen widerspiegeln.

be

 

Der Herr der Quadratmetermillionen


Oliver Sachs, Teamleiter im Property Management bei der BIM
Oliver Sachs, Teamleiter im Property Management bei der BIM

 

Die Tätigkeit von Oliver Sachs, Team-Leiter im Property Management der BIM entspricht der eines Diplomaten. Kenntnis der Materie und Verbindlichkeit im Umgang zeichnen den 32jährigen Immobilienökonomen und Diplombetriebswirt aus, wenn er Lösungen für technische, kaufmännische und infrastrukturelle Probleme finden muss. „Unsere wichtigste Aufgabe besteht darin, die Gebäude in einem guten Zustand zu erhalten und vorhandene Mängel zu beseitigen. Wir freuen uns, wenn es gelingt, gemeinsam mit dem Mieter Konzepte zu entwickeln.“

Vor allem die Liegenschaften der Berliner Polizei mit sage und schreibe einer Million Quadratmeter Nettogrundfläche obliegen der Betreuung des Teams. Bei einem 24-Stunden-Betrieb sind Polizeidienststellen oder die Funkbetriebszentrale einer Direktion kein Gebiet wie jedes andere. “Indem wir die Räume schaffen, die den jeweiligen Bedingungen entsprechen, unterstützen wir die Arbeit der Polizei“, meint Oliver Sachs. Verträge mit infrastrukturellen Dienstleistern wie zum Beispiel Wartungsfirmen und Hausmeisterdiensten gehören ebenso zu seinen Aufgaben wie das Koordinieren von Reparaturaufträgen.

Ein Gleichgewicht herzustellen zwischen den Wünschen der Mieter und den wirtschaftlichen Gegebenheiten, gehört zur Vermittlerrolle des Property Managers, die er mit Elan erfüllt.

Enger Kontakt zu den Kunden ist Bedingung. „Denn die Flächen eines Objekts können nur dann optimal genutzt werden, wenn wir die Kundenwünsche kennen.“

be/cb

 

Sparen für später: ein EU Projekt


Check ist out! BIM nimmt an EU-Projekt zur effizienteren Energienutzung an Schulen teil.

„Check it out!“ ist ein von der EU 2006 beschlossenes Projekt zur besseren Nutzung von Energie. Um dem Vorhaben eine zukunftsweisende Richtung zu geben, wurde es für Schulen in Europa entwickelt und Partner in Bulgarien, Deutschland, den Niederlanden, Spanien und Ungarn gewonnen. Die Erfahrungen und Ergebnisse sollen bis 2009 in einer Veröffentlichung zusammengefasst werden.

Der BIM ist es ein besonderes Anliegen, sich auf Länderebene mit von ihr betreuten 15 von 20 Oberstufenzentren zu beteiligen. Unterstützung gibt es in Berlin von der Berliner Energie-Agentur GmbH (BEA) für die Technik und für den pädagogischen Teil durch das Unabhängige Institut für Umweltfragen e.V. (Ufu). Ein vom UfU entwickelter Fragebogen hilft Lehrern und Schülern herauszufinden, was, wo und mit welchem Effekt eingespart werden kann. Um beurteilen zu können, was an Wissen und Bereitschaft vorhanden ist, sind einführende Unterrichtsstunden vorgesehen. Danach wird zu erkennen sein, was aufgenommen wurde und in Zukunft umgesetzt werden wird.  Das kann die simple Entscheidung „Fenster auf, Fenster zu“, wenn es während der Heizperiode zu warm ist, ebenso betreffen, wie das ein- oder beidseitige Benutzen von Papier.

Schwerer wiegt dagegen ein gegebenenfalls kostenaufwendiger Ein- oder Umbau in den Gebäuden, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Hier ist – insbesondere für die BIM – das Abwägen von Kosten und Nutzen zu bedenken. „Mit tatkräftiger Unterstützung durch Lehrer und Schüler, die auf diese Weise mit dem Einsparen von Energie vertraut gemacht und für den Klimawandel sensibiliert werden, dürfte dem Erfolg des Projekts nichts im Wege stehen“, meint die Energiebeauftrage der BIM, Cornelia Fetzer.

be

 

Ein Jahr Ombudsmann gegen Korruption


Dr. Jürgen Kemper, Ombudsmann gegen Korruption für die BIM.
Dr. Jürgen Kemper

Nachgefragt bei Dr. Jürgen Kemper

„Ja, Anfragen von Kunden der BIM, die hat es gegeben, aber keine Hinweise von Mitarbeitern“, sagt Rechtsanwalt Dr. Jürgen Kemper, den wir in "BIM News" vor einem Jahr in seiner Funktion als Vertrauensperson bei Korruptionsvermutungen vorgestellt haben. Wir wollten jetzt von ihm hören, ob seine Dienste in Anspruch genommen wurden.

Manchmal lässt sich eine Anfrage bereits telefonisch regeln. Wenn aber mehr Zeit für eine Klärung erforderlich ist, vereinbart Dr. Kemper ein persönliches Gespräch und fragt: „Worum geht es, was ist vorgefallen, womit hat es zu tun?“ Es passiert, dass sich ein Kunde für ein Vergabeverfahren bewirbt, vielleicht mehr als einmal, und er wird nicht berücksichtigt. Zur Enttäuschung kann die Vermutung kommen, dass das einen Grund haben müsse und dann schnell der Verdacht entsteht, hier stimmt doch etwas nicht. Um sich nicht weiter mit dem vermeintlichen Problem zu belasten, kann er sich nun an den Ombudsmann wenden.

Dr. Kemper kontaktiert die zuständigen BIM-Mitarbeiter, lässt sich die Ausgangssituation schildern und erfährt den Sachverhalt. Oft genug stellt es sich heraus, dass das Vergabeverfahren – um bei diesem Beispiel zu bleiben – falsch verstanden wurde. Als Vermittler ist er nun in der Lage zu erklären, warum eine Entscheidung so und nicht anders getroffen werden musste.

Der BIM bescheinigt Dr. Kemper ein gutes Image: „Bislang konnten alle Anfragen geklärt werden und die Hinweisgeber sind überrascht, wie verständnisvoll ihr Anliegen behandelt wird.“ Sven Lemiss, Geschäftsführer der BIM, freut sich über diese Aussage und meint: „Es soll keine Missstimmung gegenüber der BIM geben, und der Ombudsmann bietet eine zusätzliche Möglichkeit, Problemfälle bei strikter Wahrung der Vertraulichkeit zu beseitigen.“

be

 

Zu erreichen ist Dr. Kemper über die von der BIM-Homepage unabhängige Internetseite www.ombudsmann-bim.de sowie über:

Dr. Jürgen Kemper

„persönlich/vertraulich“
c/o Loh von Hülsen Michael
Partnerschaft von Rechtsanwälten
Jägerstraße 59
10117 Berlin
Tel.:+49-30-2094 2740
Fax:+49-30-2094 2777
Email: kemper@ombudsmann-bim.de

 

"Tag der offenen Tür" im Finanzamt Steglitz


Tag der offenen Tür im Finanzamt Steglitz Schloßstraße, die BIM war mit einen Stand vertreten.
Die BIM vor Ort im Finanzamt Steglitz.

 

Brot und Salz verzehrt man nach einem alten Brauch zum Einzug – sie symbolisieren Wohlstand und Sesshaftigkeit. Das Finanzamt Steglitz feierte zur Einweihung des neuen Dienstsitzes gleich einen ganzen „Tag der offenen Tür“.

Nach nur neun Monaten Bauzeit wurden die Sanierungs- und Umbauarbeiten in der Schloßstraße 58/59 abgeschlossen. „Dass der enge Terminplan eingehalten werden konnte, ist an erster Stelle allen Mitarbeitern des Finanzamtes Steglitz –  vor allem ihrer hohen Kooperationsbereitschaft und Duldsamkeit während des Baugeschehens – zu verdanken“, sagte Sven Lemiss, Geschäftsführer der BIM.

Die festliche Einweihung fand am 9. Januar 2008 mit Info-Ständen z. B. der Steuerberaterkammer und von Elster, der elektronischen Steuererklärung, statt. Michael Marquardt, der Finanzamtsvorsteher aus Steglitz, ließ noch einmal Revue passieren: „Wir fühlten uns in die Planung und Umsetzung der Baumaßnahmen sehr gut eingebunden.“ Er lobte die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten – den anderen Ämtern des Bezirks, den Bau- und Umzugsfirmen und auch den Mitarbeitern der BIM. Damit sind vor allem Angela Deppe, Annette Lolies, Petra Ramm, Ines Romahn und Stefan Till gemeint.

Die Sanierung des Gebäudes war notwendig, um den asbestbelasteten Steglitzer Kreisel frei ziehen zu können. Insgesamt mussten 700 Bedienstete des Bezirks ihren Tätigkeitsort verlegen. Mittel von rund 9,3 Millionen Euro wurden insgesamt aufgewendet. Ein großes Projekt - sodass sogar Wilhelm Hennig von der Senatsverwaltung für Finanzen und Norbert Kopp, Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf persönlich den Finanzamts-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern im neuen Dienstsitz alles Gute für die Zukunft wünschten.

cb

 

Das Nordsternhaus: eine ungewöhnliche Architektur


Die Salzburger Straße 21-25, Sitz der Senatsverwaltung für Justiz.
Die Salzburger Straße 21-25, Sitz der Senatsverwaltung für Justiz, Bild: Jochen Eckel

In unmittelbarer Nähe zum Rathaus Schöneberg am John-F.-Kennedy-Platz steht ein Gebäude, dessen ungewöhnliche Bauform auffällt. Geht man die wenigen Stufen der Freitreppe in der Salzburger Straße 21-25 hinauf, fühlt man sich sofort in eine andere Zeit versetzt. Der aus Magdeburg stammende Architekt Paul Mebels (1872-1938) errichtete 1914 für die Ende des 19. Jahrhunderts gegründete Nordstern-Versicherung einen fünfgeschossigen Stahlbetonskelettbau, dessen Fassade mit Travertinplatten verkleidet ist. Die einzelnen Geschosse sind durch Gesimsbänder voneinander abgesetzt. Durch seine übersichtliche Grundrissgestaltung ist das  Versicherungsgebäude auch in seinem Inneren zukunftsweisend gewesen.

Für 900 Beamte schuf Paul Mebes komfortable Arbeitsplätze, die damals beispielhaft waren. Neben dem Aufsichtsrats-Sitzungssaal, den Beratungs- und Direktoren-Zimmern entstanden u. a. eigene Räume für die Chef-Mathematiker, Diktier- und Schreibmaschinenräume, viele Vorzimmer, ein Kasinoanbau, „…in dem man Geist und Witz, wie sie Architekt, Maler, Bildhauer, Tischler und Glaser nur aufzubieten vermögen, wie eine Dreingabe zur Frühstücksration sprudeln ließ…“, eine Geschirrkammer und ein Ruheraum.

Es gab getrennte Personal- und Publikumseingänge, und jede Versicherungssparte hatte eine eigene Etage. Außerdem gab es gesonderte Aktenaufzüge, eine einzigartige Rohrpostanlage, ein weit verzweigtes Haustelephon und eine hervorragende Frischluftbelüftung. Mebes Sorgfalt galt dem Interieur ebenso wie der Gestaltung von Lichtschaltern und Türschildern, zu deren Beschriftung extra ein Kalligraph beauftragt wurde. Zählt man die am Bau beteiligten Firmen zusammen, so kommt man auf stattliche 105, und sie alle waren aus Berlin.

1945, in den letzten Kriegstagen, wurde das Haus schwer beschädigt. Bedingt durch die unsichere politische Lage zog sich die Nordsternversicherung aus Berlin zurück und verkaufte schließlich das Gebäude an das Land Berlin. Heute ist die Senatsverwaltung für Justiz  Herr im Haus.

Seit 2003 bewirtschaftet die BIM das unter Denkmalschutz stehende Haus. Gemeinsam mit dem Mieter wurde ein Konzept zur behutsamen Neuordnung entwickelt, das u.a. die Verlegung der Sozialen Dienste der Justizverwaltung aus angemieteten Räumen möglich machte.    

be               

(Quelle: Das Nordstern Haus, Paul Westheim, Sonderdruck Dekorative Kunst, München

 

Redaktionsteam:


Katja Potzies (kp), Kristina Behnke (be), Christina Böttche (cb)

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