Jahresrückblick 2020: Die BIM bewegt Berlin auch im Jahr der Corona-Pandemie

Das vergangene Jahr hat auch die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH vor Herausforderungen gestellt. „Eine Stadt wie Berlin steht niemals still und unser Auftrag und unsere Ziele als Immobiliendienstleister des Landes standen trotz Pandemie für 2020 bereits im Vorfeld fest“, erklärt Birgit Möhring, Geschäftsführerin der BIM, im Rückblick. „Zusätzlich war uns wichtig, einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung im Land Berlin zu leisten. Entsprechend haben wir gemeinsam daran gearbeitet, unsere Kunden in der aktuellen Situation zu beraten und zu unterstützen, Bauvorhaben und Sanierungen umzusetzen und auch die Liegenschaftspolitik Berlins voranzutreiben.“ So verfügte die BIM im Rahmen der Immobilienbewirtschaftung 2020 über ein Budget in einem mittleren dreistelligen Millionenbereich. Ein Großteil (rund 74 Prozent) stand für die laufenden Betriebs- und Nebenkosten der verwalteten Gebäude zur Verfügung. Mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag wurden rund 51.400 Aufträge für den kleinen Bauunterhalt umgesetzt. Das waren rund sieben Prozent mehr Aufträge als 2019. Für ungeplante Sanierungsprojekte konnten ca. 54 Mio. Euro eingesetzt werden, das entspricht einem budgetären Zuwachs von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Zudem zeigte sich die BIM auch in der Krise als stabiler Arbeitgeber. Bis Jahresende wurden 148 neue Mitarbeiter*innen eingestellt. Den größten Bedarf an neuen Kollegen*innen gab es im Bereich Daten- und Systemmanagement. Aber auch im Bau- und Property Management wurden zahlreiche Mitarbeiter*innen gesucht und gefunden. Digitale Auswahlverfahren wie klassische Videointerviews, aber auch Online-Assessment-Center und Einstellungstests für Auszubildende und Dual-Studierende bestimmten die Tagesordnung des Personalmanagements.

Das bewegte die BIM 2020

Nach Vollendung eines Großteils der Clusterungsprozesse 2019 stand das Jahr 2020 im Sinne der Konzept- und Interessenbekundungsverfahren. Insgesamt 23 Verfahren mit einer Gesamtfläche von 50.365 Quadratmetern sind aktuell in Bearbeitung. Hierzu zählen u. a. das Stadtbad Steglitz (Interessenbekundungsverfahren), eine über 5.000 Quadratmeter große Fläche in der Radenzer Straße in Treptow-Köpenick und eines der letzten freien landeseigenen Baugrundstücke in Berlins Mitte (Ackerstraße). Für die beiden Letzteren wird ab 2021 nach passenden Konzepten gesucht. Insgesamt werden für das kommende Jahr 14 neue Ausschreibungen vorbereitet, davon allein neun Konzeptverfahren im ersten halben Jahr. Gleichzeitig wurden 2020 durch das Transaktionsmanagement der BIM rund 200 Transaktionen begleitet und erfolgreich abgeschlossen. Neben Verkäufen von Kleinstflächen umfasste dies Einbringungen von Wohnungsbaugrundstücken an landeseigene Wohnungsbaugesellschaften, die Bestellung von Erbbaurechten sowie Ankäufe von Grundstücken für unterschiedliche Vermögensträger im Land Berlin zur Bedarfsdeckung. Für Flächen, die vorübergehend oder langfristig nicht für landeseigene Zwecke genutzt werden, wurden über 400 Mietverträge abgeschlossen.

Neben der Liegenschaftspolitik des Landes zählen insbesondere Sanierungen, Bauvorhaben und facilitäre Leistungen zu den Tätigkeiten und Maßnahmen der BIM. Eine Auswahl an erfolgreichen Projekten des zurückliegenden Jahres sind:

Württembergische Straße 6

Mit einem dreistelligen Millionenbetrag saniert die BIM seit Ende des Jahres das einst höchste Hochhaus Berlins und Dienstsitz der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen in der Württembergischen Straße 6. Auf 35.000 Quadratmetern entstehen bis Sommer 2023 moderne Büros und offene Räumlichkeiten mit großen Besprechungsräumen, die auch in Bezug auf die Ausstattung den Ansprüchen der zukünftigen Arbeitswelt entsprechen. Da die umfangreiche Sanierung nicht im laufenden Dienstbetrieb stattfinden kann, wurde seit März 2019 das ehemalige Rathaus Wilmersdorf am Fehrbelliner Platz 4 für rund 800 Mitarbeiter*innen der Senatsverwaltung hergerichtet. Der Umzug zu dem in 400 Metern Luftlinie entfernten Gebäude wurde im November 2020 abgeschlossen.

Verwaltungsakademie Berlin

Der Spatenstich zur Flächenerweiterung der Verwaltungsakademie fand bereits im Oktober 2019 statt. Entsprechend stand 2020 ganz im Sinne der fortschreitenden Baumaßnahmen. Direkt zu Jahresbeginn wurde die Baugrube ausgehoben. Eine Herausforderung war dabei, das erforderliche Absenkziel bei der Grundwasserabsenkung zu erreichen. Im April konnte der Bau des Kellergeschosses und im Oktober, nach der Werkplanung des Modulbaus, das Errichten des Holzbaus beginnen. Innerhalb von sechs Wochen erfolgte die Montage von zwei Vollgeschossen einschließlich der Dachdichtung. Damit wurde zum Jahresende ein entscheidender Meilenstein erreicht. Die komplette Fertigstellung ist für Sommer 2021 geplant.

Sowohl die Baumaßnahmen zur Sanierung der Württembergischen Straße 6 als auch der Neubau der Verwaltungsakademie streben eine Zertifizierung nach dem Bewertungssystem für Nachhaltiges Bauen des Bundes an.

Das Polizeiportfolio

Mit dem Richtfest für ein neues Einsatztrainingszentrum im Juli 2020 wurde ein wichtiger Schritt für den Aus- und Weiterbildungsbetrieb bei der Polizei Berlin getan. Auf dem über 300.000 Quadratmeter großen Gelände der Direktion 4 in der Gallwitzallee 87 in Steglitz-Zehlendorf entsteht bis kommenden Herbst eine hochmoderne und komplexe Anlage, in der die Bewältigung von Amokläufen, Geiselnahmen und besonderen Bedrohungslagen trainiert wird. Die Baukosten belaufen sich auf eine Gesamtsumme von rund 29 Millionen Euro.

Auf dem Trainingsgelände in der Charlottenburger Chaussee 67-75 in Ruhleben können Polizisten*innen seit Juni 2020 auch die Sportart Parcours üben. Auf dem 600 Quadratmeter großen Outdoor-Park entstand in enger Kooperation zwischen Polizei und BIM ein entsprechender Übungsbereich, dessen Kosten von 340.000 Euro geteilt wurden. Bereits seit Mai können die Polizisten*innen zudem eine moderne, modulare Raumschießanlage auf dem Gelände nutzen. Zwei Schießhallen mit jeweils sechs 25 Meter langen Schießbahnen mit Stahllamellengeschossfang sind Teil eines Neubaus, zu dem auch ein Schulungsbereich gehört.

Eine weitere neue Raumschießanlage wird Anfang Februar 2021 offiziell an die Polizei übergeben. Der Bau in der Cecilienstraße in Biesdorf verfügt über sechs Schießbahnen à 25 Meter. Die aufwendig geplante Schießstandtechnik erlaubt Übungen aus einer Schützenposition von zwei Metern vor dem Geschossfang.

Parallel dazu wurden auch nachhaltige Prozesse im Polizeiportfolio angestoßen. So hat die Tochtergesellschaft der BIM, die Berliner Energiemanagement GmbH (B.E.M.), am historischen Standort Friesenstraße 16, auf dem u. a. die Polizeidirektion 5 untergebracht ist, die Wärmeerzeugung in Kooperation mit den Berliner Stadtwerken erneuert. Ein Blockheizkraftwerk sowie drei moderne Heizkessel erzeugen nun bis zu 5,8 MW Wärme und stoßen dabei pro Jahr etwa 2.000 t weniger CO2 aus.

Die Feuerwehr

2020 erteilte die BIM der Wisag Gebäudetechnik Berlin/Brandenburg GmbH & Co. den Zuschlag für facilitäre Leistungen im Portfolio der Berliner Feuerwehr und Wasserrettungsstationen. Dazu gehören u. a. das Objektmanagement, der technische Service und regelmäßige Instandsetzungsarbeiten für die 121 Objekte mit einer Gesamtbruttogeschossfläche von 245.000 Quadratmetern. Nach einer erfolgreichen Implementierungsphase startete der Fünf-Jahres-Vertrag am 01. Oktober 2020. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

Das Schulportfolio

Insgesamt 70 Standorte dazu zählen 46 Oberstufenzentren (OSZ), 21 zentralverwaltete Schulen und drei Sternwarten bzw. Planetarien gehören zum Schulportfolio der BIM. Ein Portfolio, das aufgrund seiner Nutzungsart und -intensität sowie in Bezug auf Größe, Lage und Zugänglichkeit sehr anspruchsvoll ist. Umso wichtiger war es, die Schulschließungen im ersten Lockdown effektiv für Instandsetzungen zu nutzen und einige Maßnahmen vorzuziehen. So wurden unter anderem in der Flatow-Oberschule in der Birkenstraße in Treptow-Köpenick die Fenster saniert und Malerarbeiten im Französischen Gymnasium in der Derfflingerstraße (Bezirk Mitte) umgesetzt. Insgesamt setzte die BIM im Schulportfolio 44 größere geplante Baumaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von etwa 29 Millionen Euro und zusätzlich rund 800 kleinere Instandsetzungsmaßnahmen um, die jeweils ein Volumen unter 100.000 Euro hatten.

Zudem konnte die B.E.M. 2020 im Schulportfolio insgesamt an vier OSZ Blockheizkraftwerke installieren. Neben der hohen Effizienz und der CO2-Einsparung ist vor allem die dezentrale Steuerung ein maßgeblicher Vorteil von BHKW. Denn die Energie wird dort erzeugt, wo sie genutzt wird. Dementsprechend kommt es zu einer Entlastung der Netze und Verringerung des Netzverlustes.

Fazit und Ausblick

„Das vergangene Jahr hat uns unter anderem gezeigt, wie wichtig Zusammenhalt und Koordination in herausfordernden Zeiten sind. Dabei war für uns immer von Bedeutung, dem Alltagsgeschäft mit unseren Dienstleistern und natürlich den Anliegen der Mitarbeiter*innen der BIM einen hohen Stellenwert beizumessen. Als Unternehmen versuchen wir soweit möglich, auch der Pandemie etwas Positives abzugewinnen und aus der Situation zu lernen. Dabei sehen wir natürlich die noch stärkere Digitalisierung als eine Errungenschaft, die wir 2021 ausbauen wollen“, resümiert Sven Lemiss, Geschäftsführer der BIM.

2021 wird bei der BIM aber nicht nur im Zeichen der Digitalisierung stehen, auch die Leistungserweiterung wird fokussiert. Die ServiceLeitStelle (SLS) Land Berlin hat am 01. Januar 2021 als eigenständiger Bereich des Unternehmens ihre Tätigkeit aufgenommen. Das ist ein Novum für die BIM, da nicht nur Leistungen vom Markt zurückgeholt werden, sondern auch operativ in den Störmeldeprozess eingegriffen wird. Gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Gebäudebewirtschaftung werden die Störmeldungen der Immobilien an 365 Tagen im Jahr im 24 Stundenbetrieb vorerst mit Unterstützung Externer zentral aufgenommen und direkt bearbeitet. Ziel ist die stetige Verbesserung der Gebäudebewirtschaftung und damit die Steigerung der Kundenzufriedenheit.

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