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Die BIM spart Energie – So tragen Berlins Dienstgebäude zum Klimaschutz bei

Das blaue BIM Logo

Berlin soll laut des novellierten Klimaschutz- und Energiewendegesetzes (EWG Berlin) bis 2045 klimaneutral werden. Die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) als der Immobiliendienstleister des Landes unterstützt mit Erfahrung und Fachwissen das Erreichen der klimapolitischen Ziele.

Im Vordergrund des EWG Berlin steht vor allem die Senkung der CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990 um mindestens 95 Prozent. Der Gebäudesektor spielt dabei eine wesentliche Rolle. „Für die BIM bedeutet das, dass wir in den kommenden 24 Jahren rund 1.000 Gebäude energetisch in Richtung einer ganz neuen Dimension entwickeln müssen und werden“, berichtet Sven Lemiss, Geschäftsführer der BIM. „Dass etwa 40 Prozent dieser Immobilien unter Denkmalschutz stehen, macht die Herausforderung für uns noch spannender“, so Lemiss weiter.

Wesentliche Beiträge zur Erreichung der Klimaziele Berlins leistet die BIM daher mit der Sanierung von Bestandsgebäuden, aber auch durch die Nutzung erneuerbarer Energien, insbesondere Solaranlagen (Photovoltaik), sowie die Entwicklung von Strategien und Lösungen zur klimaneutralen Wärmeversorgung. Außerdem stellt die BIM auch die E-Ladestationen für die geplante Umstellung der Fahrzeugflotte der öffentlichen Hand auf komplett CO2-freie Vehikel.

Energetische Sanierungen

Ein Großteil der energetischen Maßnahmen passiert bereits vor den Augen der Berlinerinnen und Berliner. Seit Januar 2021 saniert die BIM unter anderem das HAU Hebbel am Ufer (HAU2). Finanziert werden die dortigen Maßnahmen in Höhe von 3,8 Mio. Euro, wie z. B. die energetische Sanierung des Daches und der Fassade sowie der Austausch der Fenster und Türen, anteilig über das Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE). Auch die Umrüstung der vorhandenen Beleuchtung auf LED und die Erneuerung der Lüftungs- und Kälteanlage des Saals wird aus dem Programm bezahlt. Die Fertigstellung ist für Ende November 2021 eingeplant und erbringt mit Abschluss eine CO2-Einsparung von 204 t jährlich.

Das Konzerthaus am Gendarmenmarkt wird momentan ebenfalls von der BIM für rund 12 Mio. Euro, teilfinanziert durch BENE-Mittel, energetisch saniert. Mit Abschluss dieser Maßnahme im September 2022 sollen pro Jahr 342 t CO2 eingespart werden. Ähnlich wie beim HAU werden auch hier u. a. die Fenster teilweise erneuert, im Funktionsgebäude auf LED-Beleuchtung umgestellt und die Lüftungsanlagen mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet.

Die Sanierungsmaßnahmen für das Pflanzenschutzamt Berlin in Neukölln befinden sich aktuell noch in der Ausschreibungsphase. Mit Beginn des Jahres 2022 verbessert die BIM hier unter anderem die technischen Anlagen energetisch. Finanziert werden auch diese Maßnahmen teils über das BENE-Programm. Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) und entsprechende Heizkessel, die jeweils aus Eigenmitteln der BIM finanziert werden, sollen zukünftig die neue Absorptionskältemaschine mit Wärme versorgen. Zudem ist geplant, die Lüftungsgeräte zu erneuern und eine Gebäudeautomation zu installieren. Mit den Maßnahmen soll eine CO2-Reduzierung von 284 t pro Jahr erreicht werden.

Photovoltaik-Anlagen

Vor dem Hintergrund des EWG Berlin prüft die BIM sukzessive alle Dachflächen, ob sie sich für die Installation von Photovoltaik-Anlagen (PVA) eignen, und setzt bei der anschließenden Errichtung auf ein wirtschaftliches Pachtmodell. Dabei werden die von den externen Dienstleister:innen aufgebauten PVA vom SILB gepachtet, um den erzeugten Solarstrom am Standort direkt zu nutzen. Insgesamt       140 Photovoltaik-Anlagen gibt es derzeit verteilt auf 120, durch die BIM verwaltete, Liegenschaften. Diese erzeugen mit einer installierten Leistung von 14,3 MWp eine Strommenge von ca. 12.700 MWh pro Jahr – das entspricht dem Jahresbedarf von etwa 3.600 Drei-Personenhaushalten Berlins. „Die großen Dachflächen, bei denen es möglich war, sind bereits mit Photovoltaik ausgerüstet. Inzwischen sind Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 14 Megawatt auf unseren Dächern installiert, das sind ca. zwölf Prozent der kompletten, in Berlin aufgebauten Leistung. Gleichzeitig werden durch die Erzeugung von Solarstrom etwa 7.460 t CO2 pro Jahr eingespart“, verkündet Sven Lemiss. Im Bereich der Photovoltaik arbeitet die BIM eng mit den Berliner Stadtwerken zusammen. Gemeinsam konnten über 40 Anlagen im SILB mit einer solaren Leistung von 7,2 MWp errichtet werden. Derzeit werden in bis zu 13 SILB-Standorten weitere ca. 1 MWp an solarer Leistung geplant und errichtet.

Intracting bei der BIM

Im Anschluss an die Analyse, Planung und Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in der technischen Gebäudeausrüstung, einschließlich der Elektrotechnik, sorgt die BIM für den energieeffizienten Betrieb der gebäudetechnischen Anlagen. Diese Energieeffizienzpotentiale werden im Rahmen von Intracting-Maßnahmen erschlossen. Im Gegensatz zu Contracting-Modellen verbleiben beim Intracting die erzielten Energiekosteneinsparungen im Landeshaushalt, um so weitere Energiesparprojekte zu realisieren.

Ein erstes Highlight war das ganzheitliche energetische Modernisierungsprojekt des Oberstufenzentrums in der Haarlemer Straße 27. Hier konnten durch aufeinander abgestimmte Maßnahmen wie neue Beleuchtung, die Optimierung der raumlufttechnischen Anlage sowie die Installation eines BHKW, neuer Brennwertkessel und einer Umwälzpumpe eine CO2-Einsparung von 487 t im Jahr erreicht werden. Der erzeugte Strom aus dem BHKW wird in erster Linie im Oberstufenzentrum selbst verwendet und eventuelle Überschüsse in das öffentliche Netz gespeist. Die Vorteile von BHKW liegen auf der Hand: hocheffiziente und gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme, CO2-Einsparung sowie der zellulare Ansatz der dezentralen Erzeugung. Denn die Energie wird dort erzeugt, wo sie auch verbraucht wird, Netze werden entlastet, Netzverluste sinken und die Versorgungssicherheit steigt.