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Die BIM packt an: Ausblick auf die wichtigsten Projekte 2022 des landeseigenen Immobiliendienstleisters

Das blaue BIM Logo

Sanierung des Marinehauses und des Hauses der Statistik. Anmietungen und Herrichtungen für Senatsverwaltungen und die Polizei Berlin. Ankäufe durch die Berliner Bodenfonds GmbH. Weiterentwicklung des ULAP-Quartiers am Berliner Hauptbahnhof sowie Optimierungen bei der Vergabe von Grundstücken und die Vergaben für die Tegel Projekt GmbH. Dies sind nur einige Projekte, die die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) im aktuellen Jahr angeht. Dass 2022 für die BIM ein Jahr voller Großprojekte wird, steht fest.

Sanierungen im Sondervermögen Immobilien des Landes Berlin (SILB)

Das Modellprojekt Haus der Statistik nimmt nach der Schadstoffsanierung und Entkernung weiterhin an Fahrt auf. Die derzeit laufende Baustelleneinrichtung des Generalübernehmers ARGE Haus der Statistik, ein Zusammenschluss aus Ed. Züblin AG und HOCHTIEF Infrastructure GmbH, wird das Stadtbild am Alexanderplatz für die Berlinerinnen und Berliner sichtbar verändern. Zur Mitte des Jahres 2022 startet die BIM die Sanierung der Bestandsgebäude A-D. „2022 werden wichtige Weichen für das Modellprojekt Haus der Statistik gelegt. Eine grundlegende Position, die gleich zu Beginn des Jahres geklärt wird, ist die weitere Finanzierung des Projekts. Hier wird festgelegt, welche Kosten die jeweiligen Partner:innen tragen werden“, berichtet Sven Lemiss, Geschäftsführer der BIM. „Zudem soll im Laufe des Jahres ein durch die neu besetzte Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen ausgelobter Wettbewerb zur temporären Freiflächengestaltung starten“, ergänzt Lemiss weiter.

Wie das Haus der Statistik gehört auch das Marinehaus am Köllnischen Park in Berlin-Mitte zum SILB. Nach mehr als 20 Jahren Leerstand wird das Gebäude nun aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Dazu fand bereits 2018 ein Architekturwettbewerb zur Herrichtung des denkmalgeschützten Gebäudes statt. Gewonnen hat diesen das Kopenhagener Architekturbüro ADEPT mit ihrem Entwurf eines Hauses im Haus. Dazu wird der Saalbau bis auf seine äußere Hülle zurückgebaut und eine neue Raumfigur integriert. Ende des Jahres 2021 starteten die dafür notwendigen Entkernungsarbeiten, um aus dem Marinehaus zukünftig einen Ort für Kunst, Kultur und Begegnung zu schaffen. Die Eröffnung ist für 2025 geplant. Das Marinehaus wird künftig Teil der Stiftung Stadtmuseum Berlin sein. Zum Gesamtprojekt Museums- und Kreativquartier am Köllnischen Park gehört außerdem die Sanierung und Neukonzeptionierung des Märkischen Museums. Das Haupthaus der Stiftung Stadtmuseum wird komplett saniert, modernisiert und erhält ein neues Ausstellungskonzept. Die Objektplanung wird vom Berliner Architekturbüro SSP Rüthnick erbracht, die Bauarbeiten am und im Museum starten voraussichtlich im Herbst 2022.

Ankäufe durch die Berliner Bodenfonds GmbH (BBF)

Bereits im ersten Quartal 2022 wird angestrebt, zwei Ankäufe des BBF zu besiegeln. Beide liegen am Kurt-Schumacher-Damm, sind aber räumlich getrennte Liegenschaften. Das ca. 3.000 m² große Grundstück mit der Hausnummer 123 ist mit einem ehemaligen Kino aus den 1950er-Jahren bebaut. Auf dem zweiten Grundstück (Fläche: 2.850 m²) am Kurt-Schumacher-Damm 127 befindet sich eine Villa, die etwa 1900 erbaut und zuletzt als Büro- und Verwaltungsgebäude genutzt wurde. Beide Liegenschaften sind denkmalgeschützt und sollen nach dem Ankauf für kulturelle Zwecke genutzt werden.

Derzeit begleitet die BIM zudem den Ankauf von Teilgrundstücken auf dem Gesamtareal der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in der Oranienburger Straße 285 durch das Land Berlin. Zeitnah soll u. a. ein bebautes Teilgrundstück mit einer Grundstücksfläche von ca. 73.000 m² durch den BBF angekauft werden. Die zumeist denkmalgeschützten Häuser sind landeseigenen Zwecken vorbehalten. Geplant ist außerdem der zeitgleiche Erwerb eines Teilgrundstücks für den Wohnungsbau durch die Gesobau sowie eines weiteren Teilgrundstücks durch das Land Berlin zur Übertragung von Grün- und Verkehrsflächen an die Fachverwaltungen.

Quartiers- und Standortentwicklung – ULAP-Quartier, An der Urania & Dragonerareal

2022 fällt auch der Startschuss für gleich drei Quartiersentwicklungen: das „ULAP-Quartier“ in Berlin-Mitte, An der Urania 4-10 und dem Rathausblock (Dragonerareal). Beim „ULAP-Quartier“ handelt es sich um das rund 30.500 m² große Areal zwischen Invalidenstraße, Alt-Moabit und Emma-Herwegh-Straße. Das Projektgebiet befindet sich größtenteils in Landeseigentum (SILB). Zur Entwicklung eines lebendigen innerstädtischen Quartiers mit einem urbanen Mix aus Polizeistandort, Schule, Wohnen, Verwaltung und Einzelhandel wurde 2021 unter Federführung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und unter Einbindung der Zivilgesellschaft ein wettbewerblicher Dialog ausgeschrieben. Aus den eingereichten Entwürfen wird unter Mitwirkung der BIM 2022 ein Konzept ausgewählt und anschließend ein Bebauungsplan eingeleitet, der Grundlage für spätere Baugenehmigungen ist.

Ein neuer gemischter Standort entsteht auch An der Urania/Ecke Kurfürstenstraße in Tempelhof-Schöneberg. Seit Anfang 2022 wird der seit vier Jahren leerstehende ehemalige Verwaltungsstandort aus den 60er-Jahren zurückgebaut, um Platz für einen Neubau zu machen. Zukünftig sollen hier Wohnen, Gewerbe und Verwaltung auf Einzelhandel und Gastronomie im Erdgeschossbereich treffen und dem 4.664 m² Grundstück neues Leben einhauchen. Zur Neubebauung des gesamten Kreuzungsbereiches gab es 2018 ein städtebauliches Werkstattverfahren. Nach dem Abriss wird das Bebauungsplanverfahren eingeleitet. Das Projekt wird in Kooperation mit der Degewo AG geplant. BIM und Degewo befinden sich momentan in Gesprächen mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen zur Baurechtsschaffung und einem Wettbewerbsverfahren. Zudem ist eine Zwischennutzung des Grundstücks in der Zeit zwischen Rückbau und Neubebauung angedacht.

Nach einer längeren Überarbeitungsphase des städtebaulichen Siegerentwurfs werden im Frühjahr 2022 die ersten Maßnahmen im Rahmen des Modellprojektes Rathausblock im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg umgesetzt. Im Bereich der Quartiersentwicklung wird der Rathausblock mitsamt des sogenannten Dragonerareals durch die sechs Kooperationspartner:innen im Modellprojekt zu einem      Wohn-, Gewerbe- und Kulturstandort entwickelt. Als Erste soll die WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH (WBM) Wohnungen auf dem Areal bauen. Hierfür wird die BIM zunächst Baufreiheit auf dem Baufeld Süd schaffen und im Frühjahr leergezogene Bestandsgebäude abreißen. Für diese und weitere Maßnahmen auf dem Areal stehen Mittel in Höhe von ca. 12,75 Millionen Euro zur Verfügung.

Konzeptverfahren und Vergaben

Seit 2016 vermarktet die BIM im Rahmen der Transparenten Liegenschaftspolitik Grundstücke durch Konzeptverfahren. Nach fünf Jahren war es nun an der Zeit, Bilanz zu ziehen und Feedback von Bieter:innen vergangener Verfahren einzuholen. Aus den Erkenntnissen einer Online-Umfrage 2021 werden derzeit in Arbeitsgruppen mit verschiedenen Akteur:innen aus der Zivilgesellschaft sowie mit Vertreter:innen des Runden Tisches Liegenschaftspolitik neue Prozesse erarbeitet, um die Verfahren für die Bieter:innen zukünftig zu vereinfachen und noch mehr Transparenz zu schaffen. Im ersten Quartal des Jahres werden die Ergebnisse auf politischer Ebene präsentiert, um anschließend mit optimierten Konzeptverfahren zu starten. „Die Erfahrungen und das Feedback, das wir derzeit sammeln, sollen auch in ein Großprojekt einfließen, das die Kolleg:innen intensiv beschäftigt“, erklärt Birgit Möhring, Geschäftsführerin der BIM. „Wir befinden uns mit der Tegel Projekt GmbH in den letzten Zügen der Verhandlung, um ab diesem Jahr Baufelder des Schumacher Quartiers in Konzeptverfahren zu vermarkten. Die Gespräche verlaufen erfolgversprechend und wir freuen uns sehr darauf, Berlin gemeinsam mit Tegel Projekt nachhaltig zu verändern“, so Möhring weiter.

Feuerwehr

Im Feuerwehr-Portfolio der BIM stehen 2022 zahlreiche Meilensteine an. Nach einer umfassenden Sanierung können die Feuerwehrleute ihre Wache in der Rankestraße in Wilmersdorf-Charlottenburg       voraussichtlich im April wieder beziehen. Sowohl in Frohnau (2. Quartal 2022) als auch in Schmöckwitz (Juli 2022) feiert die BIM im Laufe des Jahres Richtfeste für den neuen standardisierten Typenbau, in den die lokalen Freiwilligen Feuerwehren später einziehen. In Tegelort wird im zweiten Quartal des Jahres der neue Bootsschuppen übergeben.

Herrichtungen und Anmietungen für unsere Kund:innen

Seit dem Jahreswechsel 2020/2021 gehört das Grundstück in der Dominicusstraße 12-14 in Berlin-Schöneberg zum SILB. Das siebengeschossige Bürogebäude aus den 1980er-Jahren soll ab Herbst 2025 vom Landeskriminalamt 2 genutzt werden. Das Planungsverfahren für die Herrichtung des Gebäudes durch die BIM beginnt im Laufe des aktuellen Jahres, um anschließend mit den notwendigen Sanierungsmaßnahmen zu starten.

Für die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie mietet die BIM 2022 gleich zwei Gebäude an. Bereits im ersten Quartal ziehen 31 Mitarbeiter:innen der Schulaufsicht Marzahn-Hellersdorf als auch die für den Bezirk zuständigen Beschäftigt:innenvertretungen bestehend aus dem Personalrat, der Schwerbehindertenvertretung, der Frauenvertretung sowie der bzw. die regionale Datenschutzbeauftragte auf eine 985 m² große Fläche in der Fritz-Lang-Straße 6 in Marzahn-Hellersdorf. Vermieter ist eine Immobilienfondsgesellschaft, vertreten durch die BEB Real Invest GmbH.

Eine weitere Außenstelle der Senatsverwaltung befindet sich zukünftig am Buckower Damm 114 in Berlin-Neukölln. In die neuen Räumlichkeiten des von der ec Advisors GmbH betreuten Gebäudes mit einer Größe von fast 3.000 m² zieht im zweiten Quartal 2022 neben der Schulaufsicht, der Beschäftigt:innenvertretung auch das Schulpsychologische und Inklusionspädagogische Beratungs- und Unterstützungszentrum sowie die bzw. der Datenschutzbeauftragte und die Regionale Fortbildung.

Energetische Maßnahmen

Das im August 2021 novellierte Berliner Klimaschutz- und Energiewendegesetzes legt fest, dass auf Dächern öffentlicher Gebäude bis zum 31. Dezember 2024 Solaranlagen auf der gesamten technisch nutzbaren Dachfläche zu errichten sind. Die BIM war in den letzten Jahren Vorreiter und hat bereits über 140 Dächer der SILB-Liegenschaften mit Photovoltaik-Anlagen belegt. Weitere Projektentwicklungen sind in Arbeit und erfolgen in enger Kooperation mit den Berliner Stadtwerken. Im Laufe des nächsten Jahres sollen erste Photovoltaikanlagen auch einen Batteriespeicher erhalten.

Ein weiteres Projekt im Bereich der energetischen Sanierung sind die sogenannten Intracting-Maßnahmen im Gebäude der Bereitschaftspolizei in der Kruppstraße 3-4 in Berlin-Mitte. Beim Intracting verbleiben die erzielten Energiekosteneinsparungen im Landeshaushalt. Die Liegenschaft mit 64.000 m² Nettoraumfläche besteht aus 16 Häusern – dazu gehören u. a. die Verwaltung, eine Sporthalle und ein Schießstand. Nach einer bereits erfolgten Analyse zur Identifizierung der Effizienzmaßnahmen werden im dritten Quartal 2022 Optimierungsmaßnahmen an der Heizungs- und Wärmeversorgung, der Lüftung und der Gebäudeautomation (automatische Steuerung der technischen Gebäudeausrüstung) umgesetzt, um nach deren Fertigstellung ca. 595 Tonnen CO2 pro Jahr zu sparen.

2022 wird auch die Amerika-Gedenkbibliothek energetisch saniert. Ziel der Maßnahme aus dem Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE) ist es, den Wärmebedarf zu reduzieren und so jährlich 100 Tonnen CO2 einzusparen. Dazu werden vom ersten bis zum fünften Obergeschoss die Außenwände mit einer Innendämmung versehen und die Fenster erneuert. Parallel wird die Heizung von Gas auf Fernwärme umgestellt und so ebenfalls ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet.