BIM soll „Haus der Statistik“ neues Leben einhauchen

Das Land Berlin erwirbt das ehemalige „Haus der Statistik“ in der Otto-Braun-Straße von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Mit Sanierung, Herrichtung und Leerstandsmanagement der Immobilie wird die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) betraut.

In das seit 2008 leer stehende ehemalige „Haus der Statisik“ soll wieder Leben einkehren. Das Land Berlin hat die Immobilie von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erworben. Der Verkauf entspricht einer Vereinbarung im Hauptstadtfinanzierungsvertrag, die damit insoweit erfüllt ist. Der Übergabetermin fand heute vor Ort statt.

Für das Land ist der Standort an der Otto-Braun-Str. 70-72 im Bezirk Mitte vor allem zur Unterbringung der Berliner Verwaltung sowie zur Einrichtung von Flächen für Sozial-, Bildungs- und Kulturnutzungen von besonderem Interesse. Unter Einbeziehung der dem Land Berlin in diesem Areal bereits gehörenden Flächen besteht dort Potenzial für Wohnungsneubau. Die derzeitigen Freiflächen sowie mögliche weitere Flächenpotenziale können zudem perspektivisch durch Neubauten für unterschiedliche Nutzungen nachverdichtet werden. Die Liegenschaft setzt sich aus mehreren Gebäudeteilen zusammen und verfügt insgesamt über eine Gesamtfläche von rund 55.000 m² Nettogrundfläche.

„Wir freuen uns, dass das Land Berlin die BIM mit der Bewirtschaftung des ehemaligen Hauses der Statistik beauftragt hat und wir nun dazu beitragen können, die oft als Geisterhaus bezeichnete Liegenschaft schnellstmöglich wiederzubeleben. Nach einer dringend notwendigen Sanierung wird das geschichtsträchtige Haus sowohl für die Bedürfnisse der Berliner Verwaltung als auch für sozio-kulturelle Zwecke zur Verfügung stehen und sich dann auch von seinem äußeren Erscheinungsbild wieder in das Stadtbild einfügen“, so Birgit Möhring, Geschäftsführerin der BIM.

Unmittelbar nach der Übernahme der Immobilie soll durch die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) die zügige Sanierung und Herrichtung der Bestandsgebäude erfolgen. Erste Schritte im Rahmen der geplanten Sanierung sind die Organisation eines Fassadenwettbewerbes sowie die Ausschreibung von Projektsteuerungsleistungen. Die Gebäude sind durch die rundum fehlenden Fenster in der Fassade ungeschützt der Witterung ausgesetzt. Hier droht mittelfristig ein stetig unwiederbringlicher Verfall der noch verwendbaren, aber stark sanierungsbedürftigen Bausubstanz.

Zudem müssen die Grundrissstrukturen für  die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten umfangreich angepasst werden.  Auch die Aufgaben des Leerstandsmanagements werden der BIM übertragen. Diese umfassen unter anderem Sicherungsmaßnahmen zur Vermeidung von Hausfriedensbruch und Vandalismus sowie eine Verkehrssicherung, beispielsweise durch regelmäßige Zustandskontrollen und die Beauftragung eines Sicherheitsdienstes.

Zur Geschichte:

Von 1968 bis 1970 entstand ein dreiteiliger neun- bis zwölfgeschossiger Stahlskelettbau für die Zentralverwaltung für Statistik der DDR mit einer geplanten Mischnutzung. Während die oberen Etagen dem Ministerium für Staatssicherheit vorbehalten waren, wurde das Erdgeschoss durch mehrere Geschäfte aufgelockert. Es gab mit der „Jagdklause“ und „Mocca-Eck“ zwei Gaststätten, ein Geschäft für Jagd- und Anglerbedarf und „Natascha“, dem Laden für Produkte aus der UdSSR. Auch Kunst fand Einzug. Der Bildhauer und Kunstschmied Achim Kühn schuf „Tiere im Geäst“, eine Schmiedarbeit, für die Fassade der „Suhler Jagdhütte“ und ein kupfernes Relief  für den Haupteingang. Von Ronald Paris stammte das neun Meter lange Epochenbild „Lob des Kommunismus“, für das die SED-Kunstbeauftragten eine Liste mit 24 Änderungswünschen vorlegten, die Paris konsequent ignorierte.

Der Gebäudekomplex bestand aus sieben mehrgeschossigen Bauteilen und Flachbauten. Die Flachbauten nahmen das Rechenzentrum, das Großarchiv und die Bibliothek auf. 1957 wurde ein einheitliches System von Rechnungsführung und Statistik entwickelt, dessen Hauptaufgabe die Bereitstellung von Informationen und Analysen für die Planung und Leitung der Volkswirtschaft war. Besonders wichtig waren die Erfassung und Aufbereitung von Daten für die Fünfjahrespläne der DDR. Heute befindet sich das Statistische Bundesamt in Wiesbaden und gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Inneren.

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