Werry Roth entwickelte zusammen mit Richard von Schubert einen zweigeteilten Bau. Hoch hinaus in der dem Preußenpark zugewandten Württembergischen Straße mit einem repräsentativen Eingangsbereich, sechs Geschosse in der Pommerschen Straße für den Publikumsverkehr. Roth beschreibt seinen Stahlbetonskelettbau in einer ausführlichen Studie u.a. wie folgt: „Die Abmessungen des (…) Hochhauses betragen 71,21 Meter Länge und 15,70 Meter Breite. Die Höhe beträgt bei 3,30 Metern Geschosshöhe 61,20 Meter von Oberkante Erdgeschoß Fußboden bis Oberkante Dach. Die Stützen des Hochhauses und der sechsgeschossigen Bauteile sind nach außen hin mit Betonwerkstein verkleidet. Die Sturzbalken sind in Sichtbeton ausgeführt. Die Brüstungen aus Iton-Steinen gemauert und außen mit Eternitplatten bekleidet.“
Zwischen den Bauteilen befindet sich ein 3.000 Quadratmeter großer, bepflanzter Hofbereich. Auf die gasbeheizte Kantine für 160 Personen wird in der Beschreibung ebenso hingewiesen wie auf die Personenaufzüge, eine Müllschluckanlage, Dienst- und Waschräume für das Kantinenpersonal, zwei Dienstwohnungen, Lager-, Kühl- und Vorratsräume im Kellerbereich einschließlich der Koksvorräte.
Der Clou des Gebäudes aber war und ist ein 200 Quadratmeter großer Sitzungssaal in einem vorgelagerten und großzügig verglasten, zweigeschossigen Erker oberhalb des Foyers in der Württembergischen Straße. Transparenz war die Devise, mit der die Verwaltung in der Öffentlichkeit erscheinen wollte. Wenn man diesen Erker heute kaum noch wahrnimmt, liegt es an den Straßenbäumen, die inzwischen in die Höhe geschossen sind.
Als leicht, heiter und zeittypisch werden die farbigen Keramik-Mosaiken beschrieben, die Professor Hermann Kirchberger (1905-1986) entwarf und die das Hochhaus schmücken. Kirchberger, Dozent für Wandmalerei an der Hochschule für Baukunst und Bildende Künste Weimar, hat nach dem Wechsel nach West-Berlin u.a. die Fenster im Foyer des Rathauses Schöneberg gestaltet.
Mängelbeseitigung durch die BIM
Wie nicht anders zu erwarten, wurde die Mängelliste, die die BIM 2004 bei der Übernahme der Bewirtschaftung aufstellte, umfangreich. Sie beinhaltete undichte und klemmende Fenster, Rissbildungen in Putzflächen und Wänden, defekte Bodenbeläge und vieles mehr. Bei 27.000 Quadratmetern denkmalgeschützter Gesamtfläche war und bleibt viel zu tun. Den Brandschutz auf den sichersten und zeitgerechten Stand zu bringen, war das vorrangigste Ziel. Im Hochhausteil wird es einen Feuerwehraufzug geben, den die Feuerwehr bei einem Einsatz benutzen kann. Die Kabinen der drei Aufzüge im Eingangsbereich sind behindertengerecht saniert worden.
Das Saalfoyer im 1. OG wird brandschutzgerecht wieder hergestellt und dient gleichzeitig als Fluchtweg. Was einmal ein Kohlenkeller war, kann nun als Archiv genutzt werden. Um Lasten vom Hofniveau aus entgegen zu nehmen, wurden zwei Kelleraufzüge entsprechend gesteuert. Weil es möglich war, die ehemalige Poststelle zu verlagern, konnte ein sehr schöner Raum für Baupläne und Ausstellungen gewonnen werden.
Wegen des Stahlbetonskeletts ist der Plan, die Fassade des Hauses zu sanieren und energetisch zu ertüchtigen, nicht ohne Tücken. An einer kleinteiligen Musterfassade und in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege wird nach einer alternativen Lösung gesucht. Auch an der Lösung, den Glaserker, das ehemalige Schmuckstück des Hauses, denkmalgerecht wieder herzurichten, wird gearbeitet. Ein erster Schritt war die bereits vor Jahren erfolgte Freilegung der Mosaiken an den tragenden Pfeilern des Saales.
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Quelle:
Denkmalpflegerische Studie Burckhardt Fischer und Ingenieure, Gesellschaft von Architekten mbH