Seitenübersicht | Impressum | 
       
  zur BIM-Startseite Bildleiste mit Immobilienobjekten
       
 
      Sie befinden sich hier: Die BIM > Organisation
 
 

Ombudsfrau

Symbolbild: Ombudsfrau

Interview mit Dr. Stefanie Lejeune

BIM: Sie vertreten Unternehmen im Bereich der Korruptionsprävention und sind nun seit kurzem auch Ansprechpartnerin für die Mitarbeiter der BIM, deren Geschäftspartner und Kunden. Wie ist es dazu gekommen?

Dr. Lejeune: Das ergab sich durch Dr. Jürgen Kemper, der einen Ruf an die Hochschule Hof als Professor für Wirtschaftswissenschaft erhalten und die Kanzlei verlassen hat. Er hat mich gebeten, ihm im Amt als Ombudsmann für die BIM nachzufolgen, und mich hat diese Aufgabe gereizt.

BIM: Sie vertreten inzwischen nicht nur die BIM, die Deutsche Welle und einige Bezirksämter sind hinzugekommen, Sie sind vor allem bei den Rechtsanwälten HÜLSEN MICHAEL HAUSCHKE tätig, wie schaffen Sie das?

Dr. Lejeune: Mir war klar, dass es eine Herausforderung sein würde, in diesem Bereich tätig zu sein. Aber mir helfen meine bisherigen vielfältigen beruflichen Erfahrungen. In meiner Zeit als Richterin am Sozialgericht Trier habe ich ebenso mit vielen sehr unterschiedlichen Menschen zu tun gehabt wie als Staatssekretärin im Justizministerium von Rheinland-Pfalz.

BIM: Sie haben 1995 Ihr zweites juristisches Staatsexamen abgelegt und promovierten über „Legaldefinitionen unter besonderer Berücksichtigung des Umweltrechts“ an der Berliner Humboldt-Universität. Was hat sich der Nichtjurist darunter vorzustellen?

Dr. Lejeune: Der Gesetzgeber verwendet bestimmte Begriffe, die einer genauen Definition bedürfen, um den Spielraum für Auslegungen einzuschränken und die Sprache zu konkretisieren. Es geht um eine Schnittstelle zwischen Sprachwissenschaft und Rechtstheorie. Ein Gesetz muss so präzise wie möglich formuliert sein, um zu erreichen, dass man nicht für jeden Fall ein Gericht bemühen muss.

BIM: Nicht für jeden Fall gleich ein Gericht bemühen müssen, das gilt doch auch für den Einsatz eines unparteiischen Ombudsmanns. Wie gehen Sie dabei vor?

Dr. Lejeune: Ich bekomme Hinweise etwa per Mail oder durch einen Anruf. Mancher nennt seinen Namen und macht detaillierte Angaben. Andere nennen ihren Namen nicht und das müssen sie auch nicht. Es ist wichtig, dass der Datenschutz und das Persönlichkeitsrecht gewahrt bleiben, sonst fassen potentielle Hinweisgeber kein Vertrauen. Anschließend hake ich nach, warum jemand glaubt, etwas festgestellt zu haben. Ich muss herausfinden, welche Motive der Hinweisgeber hat, ob es sich eventuell um eine persönliche Enttäuschung handeln könnte oder ob das Interesse an einer soliden Geschäftspraxis im Vordergrund steht. Wenn es erforderlich ist, bitte ich den Hinweisgeber, mir Unterlagen zur Verfügung zu stellen und empfehle gegebenenfalls ein persönliches Gespräch mit mir. Anschließend setze ich mich, wenn ich den Verdacht habe, es könne sich um Korruption handeln, mit der Geschäftsführung der BIM in Verbindung, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

BIM: Was können Sie tun?

Dr. Lejeune: Ich kann als außen stehende Rechtsanwältin Anregungen und Empfehlungen geben. Sind gerichtliche oder strafrechtliche Schritte einzuleiten, ist das Sache des jeweiligen Unternehmens.

BIM: Was kann ein Unternehmen tun, um Korruption bei den Mitarbeitern zu verhindern?

Dr. Lejeune: Ganz wichtig ist eine angenehme und vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre. Man muss Mitarbeitern das Gefühl geben, dass ihre Arbeit von der Geschäftsleitung und den Kollegen anerkannt und geschätzt wird. Ebenso wichtig ist es, den Eindruck zu vermeiden, es könnte etwas passieren oder passiert sein, weil es nun eine Ombudsfrau gibt. Die Mitarbeiter dürfen nicht das Gefühl haben, sie würden von ihrem Arbeitgeber überwacht werden. Offenheit und Transparenz sind die obersten Gebote. Auch ist es wichtig, dass die Mitarbeiter um den jeweiligen Verhaltenskodex ihres Unternehmens wissen.

BIM: So, wie die BIM für ihre Mitarbeiter einen Verhaltenskodex aufgestellt hat, der genau definiert, was unter Korruption zu verstehen ist?

Dr. Lejeune: Nicht nur das. Bei der BIM wird großgeschrieben, dass sich auch ihre Vertragspartner verpflichten müssen, integer zu sein und gegen Korruption vorzugehen. Korruption wird inzwischen international geächtet und ist in den allermeisten Ländern strafbar. Vorreiter dafür waren die USA. Leider gibt es dennoch oft eine Diskrepanz zwischen Wünschen und Handeln, denn wo kein Kläger, da kein Richter. Deshalb ist es so wichtig, dass möglichst viele Behörden und Unternehmen sich mit der Korruptionsprävention beschäftigen und Korruption bekämpfen, denn Korruption schädigt die Wirtschaft und untergräbt das Vertrauen in die Integrität des Staates und der Gesellschaft.

BIM: Frau Dr. Lejeune, Sie kommen aus Rheinland-Pfalz. Mainz und Trier sind Ihnen vertraut. Seit kurzem sind Sie nun in Berlin, das sich nicht gerade durch große Liebenswürdigkeit auszeichnet. Ist das gewöhnungsbedürftig für Sie?

Dr. Lejeune: Nein, gar nicht. Natürlich gibt es Unterschiede. Mainz und Trier sind römisch geprägt und auch die christliche Religion ist sehr viel präsenter als hier in Berlin. Als Staatssekretärin hatte ich bereits viel in Berlin zu tun. Die Stadt ist modern und pulsierend. Ich habe jetzt meine Sommerferien in Berlin und Umgebung verbracht. Alles ist räumlich und atmosphärisch großzügig, das gesellschaftliche Klima angenehm. Nach Berlin zu kommen, war eine ganz bewusste Entscheidung, die ich nicht bereut habe.

BIM: Vielen Dank für das Gespräch.

 

Kontakt Ombudsperson

Dr. Stefanie Lejeune

"persönlich/vertraulich"
c/o HÜLSEN MICHAEL HAUSCHKE
Tauentzienstraße 11
Europacenter
10789 Berlin
Tel.: +49-30-25797 5000
E-Mail: ombudsperson@h2mk.com