Kultur

Zum 1. Januar 2009 ging die erste Tranche von Berliner Kultureinrichtungen in den Bestand der BIM über. Das Berliner Abgeordnetenhaus setzte mit diesem Schritt großes Vertrauen in die Kompetenz der Gesellschaft. Zu den Kulturimmobilien der ersten Stunde gehörten beispielsweise das Berliner Ensemble, die Berlinische Galerie, das Konzerthaus und das Technikmuseum. Der Erfolg gab allen Beteiligten recht. Im Jahr 2011 vertiefte die BIM ihre Zusammenarbeit mit den Berliner Kultureinrichtungen durch die Aufnahme der zweiten Tranche in das Portfolio, darunter die Stiftung Stadtmuseum mit der Nikolaikirche, das Bauhaus-Archiv und die Berliner Philharmonie. Auch im Jahr 2012 wuchs die Zahl der von der BIM betreuten Kultureinrichtungen weiter an, etwa um die Volksbühne und die Gedenkstätte Hohenschönhausen. Insgesamt umfasst das Kulturportfolio nun circa 230 Gebäude auf rund 550.000 Quadratmetern Fläche.

Eierhäuschen

Eine Perle am Ufer der Spree

„Das Eierhäuschen ist ein schöner Ort, Beut Freuden der Natur und des Genusses, Drum weilet an den Ufern unsres Flusses, Im Tempel der Natur der Städter dort!“

Erstmals taucht das Eierhäuschen um 1837 auf. Die Rede war von einem Gasthaus, vermutlich entstanden aus einem Floßwärterhäuschen, das sich zu einer Schifferkneipe entwickelte.

Aus dieser Zeit stammt wohl auch der Name des Eierhäuschens. Georg Türke, ehemaliger Bibliothekar aus Berlin-Baumschulenweg, schreibt in seiner Chronik „Treptows vergangene Pracht“: „In seinem Bestreben, Ausflügler anzulocken, verkaufte der Wirt nicht nur Getränke an die Sonntagsausflügler, sondern gelegentlich auch frische hartgekochte Eier aus eigener Hühnerhaltung. […] Als 1837 an gleicher Stelle ein neues massiveres Gasthaus entstand, wurde die Gepflogenheit des Eierverkaufs weitergeführt. […]“

Das Eierhäuschen von heute

Das heutige Eierhäuschen datiert das Landesdenkmalamt auf 1890/91. Nachdem es in den Jahren zuvor mehrmals abbrannte, wurde der Architekt Karl Frobenius mit dem Neubau beauftragt. Bauherr war der Magistrat von Berlin. Die Bewirtschaftung des zweigeschossigen Ziegelverblendbaus aus rotem Backstein und schwarz glasierten Steinlagen wechselte oft, erfreute sich aber großer Beliebtheit. Theodor Fontane erwähnte es 1898 sogar in seinem Roman „Der Stechlin“.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Bau um einen Saal und eine Veranda erweitert. Für Abwechslung sorgten kleine Varieté-Veranstaltungen, mehrere Kegelbahnen und einiges mehr. Ein damaliger Antrag zum Abriss des Lokals wurde durch die Magistratsvertreter abgelehnt. Der Ort sollte eine Erholungsstätte bleiben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Eierhäuschen notdürftig repariert.

Erst in den 70er Jahren wurde das Gebäude rekonstruiert und umgebaut. Die 10. Weltfestspiele der Jugend und Studenten (kurz: Weltjugendspiele) 1973 ermöglichten, dass die Veranda als „Café der Jugend“ genutzt und ein Biergarten eingerichtet wurde. Es gab wieder Tanzveranstaltungen, Platzkonzerte, eine jährliche Rassekatzenausstellung, und der Berliner Rundfunk übertrug von dort seine Sendung „7 bis 10 – Sonntagmorgen in Spreeathen“. Das Haus wurde unter Denkmalschutz gestellt. An den Erfolg der Vergangenheit konnte es jedoch nicht anknüpfen.

1990 wurde das Eierhäuschen geschlossen. Ein Jahr später ging es in den Besitz der „Spreepark Vergnügungs- und Freizeitpark GmbH“ über. Nach deren Insolvenz wurde das Gebäude am 1. Mai 2014 zurück an das Land Berlin übertragen und seitdem durch die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH bewirtschaftet.

Wie geht's weiter

Im Jahr 2015 wurden aus dem Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA) vom Land Berlin Mittel für die denkmalgerechte Sanierung des Eierhäuschens bereitgestellt. Darauf folgte eine Bedarfsermittlung und europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen. Verschiedene Gutachten sowie eine restauratorische Bestandserfassung und Bauforschung wurden in Auftrag gegeben. In einem ersten Schritt wurden Verkehrssicherungsmaßnahmen durchgeführt und das Gebäude eingehaust, um das Eierhäuschen vor dem weiteren Verfall zu schützen.

Derzeit läuft die Entwurfsplanung für die Gesamtsanierung des Gebäudes, Abstimmungstermine mit den zuständigen Behörden (Naturschutz, Denkmalschutz, Senatsverwaltung) finden statt, um anschließend den Bauantrag einzureichen. Mit Maßnahmen die keiner Baugenehmigung bedürfen, wurde bereits begonnen.

Bildergalerie

/

Standort