Kultur

Zum 1. Januar 2009 ging die erste Tranche von Berliner Kultureinrichtungen in den Bestand der BIM über. Das Berliner Abgeordnetenhaus setzte mit diesem Schritt großes Vertrauen in die Kompetenz der Gesellschaft. Zu den Kulturimmobilien der ersten Stunde gehörten beispielsweise das Berliner Ensemble, die Berlinische Galerie, das Konzerthaus und das Technikmuseum. Der Erfolg gab allen Beteiligten recht. Im Jahr 2011 vertiefte die BIM ihre Zusammenarbeit mit den Berliner Kultureinrichtungen durch die Aufnahme der zweiten Tranche in das Portfolio, darunter die Stiftung Stadtmuseum mit der Nikolaikirche, das Bauhaus-Archiv und die Berliner Philharmonie. Auch im Jahr 2012 wuchs die Zahl der von der BIM betreuten Kultureinrichtungen weiter an, etwa um die Volksbühne und die Gedenkstätte Hohenschönhausen. Insgesamt umfasst das Kulturportfolio nun circa 230 Gebäude auf rund 550.000 Quadratmetern Fläche.

Deutscher Dom

Einer von Zweien

Links ein Dom, rechts ein Dom und in der Mitte das Konzerthaus. So umfängt der Gendarmenmarkt seinen Betrachter. Einen nennt man den Deutschen, den anderen den Französischen Dom. Die Berechtigung, sich Dom zu nennen, ist der Tatsache zuzuschreiben, dass ein "dôme" - französisch, eine Kuppel - beide Bauwerke bekrönt. Im eigentlichen, im kirchlichen Sinne, sind weder der eine noch der andere ein wirklicher Dom.

Seit Januar 2011 gehört der Bau zum Bestand der BIM und wird seit 1993 vom Deutschen Bundestag genutzt. Dass der Deutsche Dom ein Nachkriegsbau ist, sieht man ihm nicht an. Anfang des 17. Jahrhunderts gab es am gleichen Ort eine Unionskirche, die die rivalisierenden protestantischen Bewegungen - die calvinistische und die lutherische - vereinen sollte. Sie nannte sich Neue bzw. Deutsche Kirche. Die Gestaltung des Deutschen wie auch des Französischen Doms - sie gehörten zu den ersten Bauten auf dem nach dem Reiterregiment Gens d'armes benannten Gendarmenmarkt - ist der städtebaulichen Wirkung geschuldet. Als Vorbild dienten Zwillingskirchen auf der Piazza del Popolo in Rom.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Platz nach dem Abriss der Ställe des Reiterregiments umgestaltet. 1774 entstand das "Komödienhaus" (am Platz des heutigen Konzerthauses). 1780 wurde der Königliche Baudirektor Carl von Gontard (1731-1791) mit dem Bau der Kuppeltürme betraut. Ein Jahr später stürze der deutsche Kuppelturm bei Bauarbeiten ein, Gontard wurde nicht nur entlassen, sondern zeitweilig sogar verhaftet. Einer seiner Schüler vollendete das Werk, das aber nicht für die Ewigkeit bestimmt war. Knapp hundert Jahre später erfolgte der Abriss wegen Baufälligkeit. 1882 war ein Neubau in neobarockem Stil, errichtet durch die Architektengemeinschaft von der Hude und Hennicke, auf dem ehemaligen Grundrisse zu bewundern.

Von geschichtlicher Bedeutung war die Aufbahrung der 183 Toten der Märzrevolution von 1848 auf den Stufen des Deutschen Doms. Die Trauerfeier endete nach einem evangelischen Gottesdienst mit dem Gedenken durch einen evangelischen, katholischen und jüdischen Geistlichen. Unter großer Anteilnahme der Berliner wurden die Särge zum Friedhof der Märzgefallenen im heutigen Friedrichshain begleitet. Seit 2011 wird dort mit einer kleinen Ausstellung an die Ereignisse erinnert.

Nach schwerwiegenden Kriegsschäden wurde 1970 mit dem Wiederaufbau begonnen, der 1996 nach mehreren Umbauten abgeschlossen werden konnte. Die evangelische Kirche, die den Deutschen Dom nicht nutzte, übergab ihn 1984, wie es heißt, im Austausch mit einem anderen Grundstück, der Regierung der DDR. Mit besonderer Sorgfalt waren zuvor Fassade und Kuppel originalgetreu restauriert worden, wodurch der Einruck eines historischen Gebäudes entstand. Kurze Zeit nach dem Mauerfall nutzte der Deutsche Bundestag die Räume für seine Ausstellung, die sich mit Fragen der deutschen Demokratie und Parlamentarismus auseinander setzt.

"Die ständige Ausstellung: 'Wege - Irrwege - Umwege - die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland' beschreibt jene Epochen der deutschen Geschichte, in denen die Grundlagen für die politische Ordnung der Bundesrepublik Deutschland gelegt wurden. Ferner setzt sie sich mit der Rolle der Parlamente in einem zusammenwachsenden Europa auseinander" - nachzulesen im offiziellen Hauptstadtportal Berlin.de

Quelle: Wikipedia

Adresse: Gendarmenmarkt 1-2, 10117 Berlin
Tel.: 030 - 22 73 04 31 • http://www.bundestag.de/deutscherdom

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