Hauptverwaltung

Die Gebäude der Berliner Hauptverwaltung bilden das Startportfolio der BIM. Bei ihrer Gründung am 7. Januar 2003 bestand das Portfolio aus 87 Dienstgebäuden mit einer Bruttogrundfläche von 852.000 m². Zu den Hauptverwaltungen zählen beispielsweise Finanzämter und Senatsverwaltungen. Die unterschiedlichsten Gebäudetypen sind in diesem Portfolio vereint. Vom historischen Alten Stadthaus in der Klosterstraße bis zum Plattenbau in Alt-Friedrichsfelde. Die Historie und Eigenheiten der unterschiedlichen Gebäudekomplexe mit einer zeitgemäßen Immobilienbewirtschaftung an einem Punkt zu vereinen, gehört zu den großen Herausforderungen der BIM.

Bernhard-Weiß-Straße

Sitz der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, der Polizei und der BIM

Das von Philipp Schaefer (1885-1952) für den Warenhauskonzern Karstadt AG in der heutigen Bernhard-Weiß-Straße errichtete Gebäude grenzt an den Alexanderplatz in Berlin-Mitte. Zur Bauzeit 1930/31 hieß sie Neue Königstraße, in der Nachkriegszeit Hans-Beimler-Straße, um 1995 nach dem SPD-Politiker Otto Braun benannt zu werden. Erst in jüngster Zeit erfolgte die Umbenennung in Bernhard-Weiß-Straße. Die Wadzeck- und die Keibelstraße umschließen das Haus in nordöstlicher Richtung. Über die Keibelstraße erfolgt auch der Zugang zur BIM.

Die Baukosten für den 7-geschossigen und mit einem 9-geschossigen Turm und neun Höfen ausgestatteten Komplex betrugen zwölf Millionen Reichsmark. Die Nutzfläche wies 92.000 m² auf, und der umbaute Raum betrug 368.000 m².

Die verbauten Materialien an der insgesamt 412 Meter langen Fassade, deren längster Teil 177 Meter beträgt, waren Oldenburger Klinker, Tuffstein und Ettinger Naturstein. Der Eingangsbereich Keibelstraße erhielt Cottaer Sandsteinplatten mit aufgedoppelter Fassade. Sämtliche Höfe waren ursprünglich mit weißen Siegersdorfer Verblendsteinen bekleidet, die in einigen Höfen recht gut erhalten geblieben sind. Die vier Meter hohen Flure erhielten hellglänzende Wandplatten und Fliesen im Schachbrettmuster.

Vom Warenhaus zum Reichshaus

Das Haus war früher das Verwaltungszentrum von Karstadt. Nur wenige Räume wurden durch Fremdmieter genutzt, so zum Beispiel für die Betriebskrankenkasse Rudolph Karstadt oder von konzernabhängigen Dienstleistern. Eine große Kantine und ein Vorstandsspeiseraum gehörten zur Ausstattung, ebenso in der 6. Etage ein Kasino, das sämtlichen Angestellten zur Verfügung stand. Für den Sommer war eine Dachterrasse geplant. Die besonders großen Räume in der 6. Etage waren offenbar für Mustersäle, Lagerung, Verpackung, Versand und Fertigung von Textilien vorgesehen. Atelierfenster deuteten auf die Nutzung als Zeichensäle hin.

1934 sprach man nicht mehr vom Warenhauskonzern Karstadt, sondern vom „Reichshaus“. Die verschiedenen, dort in der Nazizeit untergebrachten Dienststellen unterstanden dem Reichswirtschaftsminister. In den folgenden Jahren wurden vier Bunkeranlagen geplant, aber nicht alle ausgeführt und überdies erst während des Krieges realisiert.

Luftaufnahmen von 1945, die den unter schwerem Bombardement liegenden Alexanderplatz zeigen, halten auch die Schäden am „Reichshaus“ fest. Die Zerstörungen waren immens. An vielen Gebäudeteilen war ein Totalschaden festzustellen.

1948/49 vollzog sich die politische und somit auch die juristische Teilung Berlins. Da das ehemalige Polizeipräsidium in der Dircksenstraße kriegszerstört war, zog das für den Ostteil der Stadt zuständige Präsidium in das frühere Karstadthaus in der Neuen Königstraße. 1951 begann der Wiederaufbau insbesondere des zerstörten Gebäudeabschnitts Keibelstraße, Hof 1. Bei weitgehendem Erhalt der Originalstruktur wurde das Innere erheblich verändert. Zum Beispiel nutzte die Volkspolizei einige Räume sowohl als Kleider- und Waffenkammer als auch für Sport-, Unterrichts- und Laborzwecke. Sechs Polizeipräsidenten hatten bis 1990 hier ihren Amtssitz. 

Nach dem Mauerfall

Seit dem Tag der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 gibt es nur noch einen Polizeipräsidenten mit Sitz am Flughafen Tempelhof und das Gebäude Otto-Braun-Straße wird als Polizeidienststelle genutzt. Die von der Volkspolizei als Notfall- und Einsatzzentrale ausgebauten ehemaligen Bunkeranlagen sind nun ohne Funktion, desgleichen der in den 50er Jahren errichtete 7-geschossige Zellentrakt. Für Film- und TV-Produktionen stellt er allerdings eine willkommene Kulisse dar.

Auch die in den 90er Jahren erfolgten Veränderungen an dem inzwischen denkmalgeschützten Gebäude haben ihre wenig erfreulichen Spuren hinterlassen. Während vieles so aussieht, als sei der Krieg gerade erst zu Ende gegangen, findet sich das eine oder andere überraschende Detail. So zum Beispiel in einem sehr schmalbrüstigen Treppenhaus, in dem die Handläufe ihr schmiedeeisernes Ziergitter behalten haben. Blickt man nach oben, erkennt man trotz der Baufälligkeit den Schwung der Treppe und blickt hinauf bis in den Himmel.

Durch den neuen Eingangsbereich in der Keibelstraße erreichen die Mitarbeiter der BIM ihre Räume in der 5. und 6. Etage. In die unteren Stockwerke sind Polizeidienststellen von der Bernhard-Weiß-Straße (ehemals Otto-Braun-Straße) eingezogen, um dem Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung Platz zu machen.

Standort