Hauptverwaltung

Die Gebäude der Berliner Hauptverwaltung bilden das Startportfolio der BIM. Bei ihrer Gründung am 7. Januar 2003 bestand das Portfolio aus 87 Dienstgebäuden mit einer Bruttogrundfläche von 852.000 m². Zu den Hauptverwaltungen zählen beispielsweise Finanzämter und Senatsverwaltungen. Die unterschiedlichsten Gebäudetypen sind in diesem Portfolio vereint. Vom historischen Alten Stadthaus in der Klosterstraße bis zum Plattenbau in Alt-Friedrichsfelde. Die Historie und Eigenheiten der unterschiedlichen Gebäudekomplexe mit einer zeitgemäßen Immobilienbewirtschaftung an einem Punkt zu vereinen, gehört zu den großen Herausforderungen der BIM.

Senatsverwaltungen für Arbeit, Integration und Frauen / Gesundheit und Soziales

Das Gebäude in der Oranienstraße 106 in Berlin-Kreuzberg entstand 1919 bis 1924 nach einem Entwurf von German Bestelmeyer als erster großer Behördenbau der Weimarer Republik für die damalige Reichsschuldenverwaltung.

Architektur

Die äußere Gestaltung des Gebäudes an der Ecke Alte Jakobstraße rief seinerzeit bei den Menschen große Bewunderung hervor, der Bau wurde mit einem "liegenden Wolkenkratzer" verglichen. Das Neue und Beeindruckende lag in der Gestaltung der schier endlosen Fassade des Komplexes.

Der sechsgeschossige Mauerwerkbau mit abgerundeter Ecke erhielt für die Außenfassade eine Klinkerverblendung, die durch breite Mauerpfeiler gegliedert ist. Die Sockel des Gebäudes wurden aus Muschelkalk gefertigt, die Fassadenfläche und Pfeiler als Sichtmauerwerk aus handgestrichenen Rathenower Ziegeln, der ornamentale wie plastische Schmuck aus Terrakotta.

Dekorative Gestaltung

Für die Ausführung der vier lebensgroßen Figuren wurde der Bildhauer Hugo Lederer beauftragt. Der Lehrstuhlinhaber an der Berliner Hochschule für Bildende Künste modellierte 1922 für das Gebäude Frauengestalten aus Ton, die Maria und Caritas darstellen und in ihrer archaisierend-antikisierenden Gestalt an Koren erinnern. Die übrige dekorative Plastik stammt vom Berliner Bildhauer Albert Kraemer.

Nutzung des Gebäudes

Am 1. April 1923 wurde der Neubau der Reichsschuldenverwaltung eingeweiht. Auch während des zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude von der Verwaltung fast bis zum Ende des Krieges genutzt.

Allerdings wurde der Bau zunächst durch Bombentreffer, später auch durch Artilleriebeschuss und Straßenkämpfe stark beschädigt. Zu sehen war dies besonders an der Ecke Alte Jakob-/Oranienstraße, wo die gesamte Fassade und die dahinter liegenden Decken eingestürzt waren.

In den ersten Nachkriegsjahren stand das Gebäude leer, obwohl ein Teil der Tresore in den Kellergeschossen intakt geblieben war. In den Jahren 1953/54 wurde die Dachkonstruktion instand gesetzt und die massiven Decken wiederhergestellt. Später wurden auch die zerstörten Terrakotta-Statuen von Hugo Lederer durch Repliken ersetzt.

Heutige Nutzer

Am 24. September 1984 wurde die ehemalige Reichsschuldenverwaltung durch den Landeskonservator Berlin als Baudenkmal unter Denkmalschutz gestellt.

Heute haben die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen und die Senatorin für Gesundheit und Soziales ihren Sitz in der Oranienstraße 106.

Standort