Gerichte

Wer schon einmal im Treppenhaus des Amtsgerichts Littenstraße stand, wird verstehen warum Mitarbeiter der BIM Gerichte in erster Linie mit einer unheimlichen Ästhetik und weniger mit Verbrechen oder Rechtsstreitigkeiten verbinden. Seit dem Sommer 2005 sind die Berliner Gerichtsgebäude der BIM anvertraut. 36 Gebäude mit einer Bruttogrundfläche von 492.000 m² gingen damals in das Portfolio der BIM über. Ein Großteil der Gebäude ist älter als 90 Jahre und steht unter Denkmalschutz. Es gilt, die Anforderungen des Denkmalschutzes bei der Sanierung dieser Gebäude mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten in Einklang zu bringen.

Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg

In den Medien sorgt das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) meist durch seine Rechtsurteile für Schlagzeilen. So wurden von hier die Klagen von Luftfahrtunternehmen gegen die Schließung des Verkehrsflughafens Tempelhof abgewiesen. Am 21. September 2007 gab es jedoch einen ganz anderen Grund für Presseanfragen: Den 100. Geburtstag. Auch die BIM gratulierte zum Säkulum und überreichte als Geschenk eine Bauzeichnung, die noch aus der Kaiserzeit stammt.

Einst für das Königlich-Preußische Oberverwaltungsgericht gebaut, fällten in dem Gebäude nach dem Zweiten Weltkrieg bereits das Bezirksverwaltungsgericht des Britischen Sektors und sogar das Bundesverwaltungsgericht ihre Urteile. Seit dem 1. Juli 2005 hat das OVG seinen Sitz in den würdevollen Mauern. Seither kümmert sich auch die BIM um den Erhalt und die Bewirtschaftung des Gebäudes.

Noch einige Fakten aus der Historie des OVG:

  • Ab 1925 Frackanzug der Richter abgeschafft, stattdessen trugen sie die Robe.
  • In der Zeit der Monarchie war das Gericht ein Vorkämpfer für Liberalität. Dreimal hob es polizeiliche Verbote von Hauptmanns "Webern" auf.
  • Nach 1933 blieb das Gericht eher im Verborgenen. 1941 wurde das Oberverwaltungsgericht mit anderen Gerichten, darunter dem Verwaltungsgerichtshof in Wien, zum Reichsverwaltungsgericht vereinigt und war fortan bis Kriegsende der Sitz des obersten deutschen Verwaltungsgerichts. Seine Zuständigkeit wurde jedoch mit Fortschreiten des Krieges laufend eingeschränkt. Außerdem hatte es unpolitische Zuständigkeit: Hauszinssteuer, Kreis- und Gemeindeabgaben, Wegeangelegenheiten, Baupolizei, Wasserangelegenheiten, Bergrecht u. ä.
  • Im Februar 1946 nahm das Bezirksverwaltungsgericht des Britischen Sektors von Berlin seine Tätigkeit auf.
  • Seit dem 8. Juli 1953 Sitz des Bundesverwaltungsgerichts, Eröffnung im Plenarsaal unter Beisein von Bundespräsident Heuss. Nach der Wiedervereinigung verlässt es Berlin und hat seinen neuen Sitz in Leipzig.
  • Am 1. Juli 2005 fusionieren die Oberverwaltungsgerichte der Länder Berlin und Brandenburg. Gleichzeitig übernimmt die BIM die Verwaltung des Gebäudes.

Standort

Bildergalerie

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