Seitenübersicht | Impressum | 
       
  zur BIM-Startseite Bildleiste mit Immobilienobjekten
       
 
      Sie befinden sich hier: Immobilien > Orte des Gedenkens > Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
 
 

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

Foto: Berliner Rathaus

 Wenn Bäume erzählen könnten

„NS-Lager entdeckt“, meldete die „taz“ im November 1994. Zwölf Jahre später, 2006, wurde das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide der Öffentlichkeit übergeben.

Verschleppt und schutzlos 

Blickt man in die schönen hohen Kiefern auf dem ca. 32.000 m² umfassenden ehemaligen Reichsbahn- und einem jüdischen Ziegeleibesitzer gehörenden Gelände zwischen Britzer, Köllnischer und Rudower Straße in Niederschöneweide fällt es schwer, sich vorzustellen, dass in dem heute noch größtenteils vorhandenen Baracken-Ensemble Menschen unter unwürdigen Bedingungen leben mussten. Ab 1943 hatte man sie hierher verschleppt. Ob man davon ausgeht, dass elf oder bis zu zwölf Millionen Menschen aus ganz Europa für die deutsche Wirtschaft, vornehmlich in der Rüstungsindustrie, eingesetzt waren, ist sekundär in Anbetracht der lebensbedrohenden Bedingungen, denen sie ausgesetzt waren. Brutal herausgerissen aus ihrem Zuhause mussten sie schutzlos jede nur denkbare Willkür ertragen.

Man schätzt, dass es in ganz Berlin 3.000 Zwangsarbeiterlager unterschiedlicher Größe gegeben hat. Schöneweide ist das einzige, das weitgehend erhalten geblieben ist. Man gab ihm den Namen GBI 75/76, das in der Verantwortung des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt, Albert Speer, lag und allgemein das „Italienerlager“ genannt wurde. Neben italienischen Bauarbeitern wurden aber auch polnische und sowjetische Personen interniert.

"Vernichtung durch Arbeit" 

Der Ortsteil Schöneweide gehörte zu einem ausgedehnten Industriegebiet. Große Unternehmen wie die AEG oder die Akkumulatoren und Batterien herstellende Firma Pertrix forderten für ihre Produktion vornehmlich Frauen an, die im zwölfstündigen Rhythmus gesundheitsgefährdende Arbeit verrichten mussten. Die Ernährung bewegte sich im Rahmen des Existenzminimums. „Vernichtung durch Arbeit“, lautete eines der zynischen Credos der Nationalsozialisten. Kurz vor dem Eintreffen der Roten Armee wurde ein Teil der Lagerinsassen – weibliche KZ-Häftlinge – in das KZ Sachsenhausen verbracht, wo sich ihre Spur verliert.

In den Jahren nach dem Krieg erfuhren die nur wenig beschädigten Gebäude eine unterschiedliche Nutzung. Zunächst durch die Rote Armee, später kamen kleinere Handwerksbetriebe und ein Impfstoff-Institut hinzu. Bauliche Veränderungen wurden vorgenommen, so dass heute nur die Baracke Nummer 13 weitgehend im Originalzustand erhalten ist. Das Lagergeschehen war von Anbeginn an von den Bewohnern der umliegenden Miethäuser mühelos zu bemerken. Ebenso verhielt es sich in der Nachkriegszeit.

Geschichtsforschung

Doch erst 1989/90 weckte das kleine Areal Interesse und Neugierde auf seine Geschichte. Verschiedene Gruppen nahmen sich der Geschichtsforschung an, unter anderem die „Berliner Geschichtswerkstatt“. Quellen, auf die man zurückgreifen konnte, waren rar. Nachdem die Bundesregierung begann, die noch lebenden und auffindbaren Zwangsarbeiter zu entschädigen, war der Zeitpunkt für die Einrichtung eines Dokumentationszentrum gekommen, der einem Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses entsprach.

Dr. Christine Glauning ist die Leiterin des in die Denkmalliste aufgenommenen Erinnerungsortes, der organisatorisch mit der Stiftung Topographie des Terrors verbunden ist. Sie berichtet, dass viele Gruppen, auch Schulklassen vorbei kommen, um zu erfahren, was damals geschah. Aber auch Besucher aus dem Ausland, deren Familienangehörige zu Zwangsarbeit herangezogen wurden, haben die Stätte besichtigt.

Auch wenn die eingangs erwähnten schönen Kiefern alles gehört und gesehen haben, hilft das nicht weiter, und so werden für die ab Mai 2013 geplante Dauerausstellung Zeitzeugen und Exponate gesucht. „Mit Veranstaltungen, Führungen, Seminaren und Lehrerfortbildungen bei freiem Eintritt machen wir auf das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Schöneweide aufmerksam und wir wünschen uns vor allem, dass mehr Schulklassen eines unserer vielen Angebote wahrnehmen“, sagt Dr. Christine Glauning.

 

Wir danken der Einrichtung für die freundliche Bereitstellung des Bildmaterials.

 

Quellen:

„Baracke 13“ – Biographien

„Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Schöneweide“

 

 

Kontakt


BIM Berliner
Immobilienmanagement GmbH

Keibelstraße 36
D-10178 Berlin

Tel.: +49-30-90 166 1660
Fax: +49-30-90 166 1670
E-Mail: info@bim-berlin.de

 

Besucherinformation

Homepage: http://www.dz-ns-zwangsarbeit.de/

Adresse: Britzer Straße 5 / 12439 Berlin

Öffentliche Führungen am 1. Sonntag des Monats, 15 Uhr

Öffnungszeiten: Di-So 10 - 18 Uhr – Eintritt frei

 

 

Foto: BIM GmbH

Baracke

 

Foto: BIM GmbH

Baracke

 

Foto: BIM GmbH

Eingangsbereich Dokumentationszentrum

 

Foto: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

Innenansicht Baracke 13