Sondernewsletter: Orte des Gedenkens
Gedenkstätten sind historische Orte, die Geschichte bewahren und zum Sprechen bringen. Sie sind Teil des öffentlichen Raumes. Inschriften und Dokumentationen erklären ihren Anlass. Kunstwerke und häufig eine gärtnerische Gestaltung unterstreichen ihre Bedeutung und die Achtung, die ihnen entgegen gebracht wird. Die Pflege staatlicher Gedenkstätten obliegt neben der Bundesregierung in den meisten Fällen den Ländern. Ab 2012 betreut die BIM vier Gedenkorte, die in besonderer Weise die deutsche Geschichte widerspiegeln. Wir wollen mit ihrer ausführlichen Beschreibung dazu anregen, sie zu besuchen und sich mit ihnen auseinander zu setzen.
Sven Lemiss
Inhaltsübersicht
- Haus der Wannsee-Konferenz
- Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide
- Gedenkstätte Plötzensee
- Gedenkstätte Hohenschönhausen
Kurpfuscherei – Unterschlagung – Völkermord
Wer in die Straße am Großen Wannsee einbiegt und vor der Nummer 56-58 Halt macht, weiß, was ihn erwartet. Obwohl idyllisch gelegen, ist es keine Adresse, die zu einem unbeschwerten Besuch einlädt. Es ist ein Gedenkort, mit dessen Geschichte wir uns immer auseinandersetzen werden. Hier wurde am 20. Januar 1942 zu einer Staatssekretärsbesprechung mit anschließendem Frühstück eingeladen. Es gab nur einen Tagesordnungspunkt: „Endlösung der Judenfrage“.

- Haus der Wannsee-Konferenz
Ab 2012 gehört das mehr als 30.000 m² große Villengrundstück direkt am Wannsee mit seinem wunderschönen Gartendenkmal zum Portfolio der BIM. „Jährlich kommen im Durchschnitt gut 100.000 Besucher, sehr viele aus dem Ausland, hierher“, erzählt Verwaltungsleiter Michael Haupt. An einem ganz gewöhnlichen Dienstag, vor 10 Uhr, steht bereits ein Bus der Bundeswehr vor der Einfahrt, und etliche Besuchergruppen kommen von der nahegelegenen Bushaltestelle mit dem beziehungsreichen Namen „Haus der Wannsee-Konferenz“.
Die durchaus als pompös zu bezeichnende Villa wurde 1914 für den 1875 in Coburg geborenen Fabrikanten Ernst Ferdinand Emil Marlier gebaut. 1903 kam er nach Berlin, nannte sich bald Commerzienrat und war unter anderem Mitinhaber verschiedener pharmazeutischer Firmen. Mit erheblichem Werbeaufwand wurden in der Wirkung zweifelhafte Schlankheits- und nervenstärkende Produkte mit klangvollen Namen wie zum Beispiel Antipositin, Antineurasthin, Visnervin, Vitalito oder Hämasol angepriesen. Marlier kam mehr als einmal deshalb und wegen anderer Dinge mit den Ordnungshütern in Konflikt. Er neigte zu Handgreiflichkeiten. Das bekam sowohl seine Frau zu spüren, als auch eine sich in seiner Begleitung befindende Dame beim Besteigen ihrer Autodroschke in der Friedrich-/Ecke Jägerstraße, ebenso die ihr zu Hilfe eilenden Droschkenkutscher, was Marlier eine Haft- und Geldstrafe einbrachte. „Nächtliche Ausschreitungen eines Neurasthenikers“, überschrieb das „Tageblatt Berlin“ am 13. Januar 1919 den Vorfall. Frau Marlier trennte sich von ihrem Mann und heiratete – nicht ungeschickt – ihren Scheidungsanwalt.
Mit dem Bau des sich an italienische Paläste des 17. Jahrhunderts anlehnenden Hauses wurde der in der Villenkolonie mit besten Referenzen ausgestattete Architekt Paul O. A. Baumgarten (1873 - † nach 1953) beauftragt. Bereits 1909 hatte er das Sommerhaus für den Maler Max Liebermann und dessen Nachbarn, den AEG-Direktor Johann Hamspohn errichtet. Wie Liebermann bevorzugte Marlier Zimmerfluchten, die den Durchblick sowohl von der Garten- als auch von der Wasserseite her ermöglichten. Trotz Pförtner-, Gärtner, Gewächs- und Bootshaus, Geflügelhofanlage und Gartenpavillon blieb die Großzügigkeit des Geländes erhalten.

- Marlier im Wintergarten seines Hauses
„Mit Vertrag vom 10. September 1921 verkaufte Marlier die beiden Grundstücke von 30.578 m² an die ‚Norddeutsche Grundstücks-Aktiengesellschaft, An der Stechbahn 3-4, Berlin-Mitte zum Preis von 2.300.000 Mark. (Anm.: Die Straße An der Stechbahn - benannt nach dort im 16. Jahrhundert stattgefundenen Ritterspielen - existiert seit 1965 nicht mehr, auf dem Grundstück stand nach 1945 das Staatsratsgebäude der DDR…)“, schreibt Michael Haupt in seinem sorgfältig recherchierten Buch über die ehemalige Industriellen-Villa. Durch diesen Kaufvertrag kommt der neue Besitzer, Friedrich Minoux, auf den Plan, dessen Leben nicht weniger bunt verläuft wie das des Herrn Marlier, dessen Spur sich in den späten zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Lugano verliert.
Friedrich Minoux (1877-1945) kam aus Rheinland-Pfalz und hatte, als ihn der Mühlheimer Handelsunternehmer Hugo Stinnes (1970-1924) im Jahre 1912 in die Verwaltung seines Konzerns holte, bereits eine beachtliche Karriere vorzuweisen. In kürzester Zeit hatte er es vom Buchhalter zum Direktor der Gas- und Wasserwerke Essen gebracht. Stinnes ernennt ihn 1919 zum Generaldirektor der Berliner Stinnes-Niederlassung. 60 Unternehmen – von der Kohleförderung über die Schifffahrt bis zum Verlagswesen, der Automobil- und Papierindustrie – gehören zum machtvollen Imperium. In der Weimarer Republik anvanciert Minoux zum Finanzexperten, engagiert sich bei der Bekämpfung der Inflation und ist sogar als Finanzminister im Gespräch. Als es zum Bruch mit Stinnes kommt, baut er 1923 ein eigenes, weit verzweigtes Firmenkonsortium auf.
In der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt er sich in der „Akademie für Deutsches Recht“ mit dem Aufbau einer nationalsozialistischen Rechtsreform und ist auch an der „Arisierung“ von jüdischem Eigentum beteiligt. Pikanterweise wird im Juli 1933 gegen ihn ein Strafverfahren wegen Bilanzfälschung eingeleitet. Eine Amnestie beendet das Verfahren. Sechs Jahre später werden seine Unterschlagungen bei der Berliner Gasag und den Potsdamer Gaswerken, die sich auf ca. acht Millionen Reichsmark belaufen, aufgedeckt, und ein erneutes Strafverfahren wird eingeleitet. 1940, noch während seiner Aussage im Landgericht, kommt er in Untersuchungshaft und wird am 15. August 1941 zu fünf Jahren Zuchthaus, der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte und hohen Geldstrafen verurteilt. Im Zuchthaus Brandenburg-Görden gibt es einen bekannten Mithäftling: „Der frühere Generalsekretär der SED und Vorsitzende des Staatsrats der DDR teilte auf Anfrage vom 3. April 1987 mit, dass Minoux bald nach der Einlieferung ins Gefängnis Brandenburg-Görden, ‚… in der Anstaltsküche als Einkaufs-Kalfaktor eingesetzt wurde. Zu seinen Obliegenheiten gehörten der Einsatz und die Abrechnung der Lebensmittel…‘ “, zitiert Michael Haupt in seiner Ausarbeitung Erich Honecker.
Bereits im Mai 1940 hatte Minoux, um einen Teil seiner Schulden zu tilgen, das Haus am Wannsee an die Stiftung Nordhav (benannt nach einem Bauernhof auf der Insel Fehmarn) für 1.950.000 Reichsmark verkauft. Dahinter steht der Name des Chefs des RSHA (Reichssicherheitshauptamt) SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich (1904-1942) mit Dienstsitz in der Wilhelm-/Prinz-Albrecht-Straße 8, heute „Topographie des Terrors“. Sinn und Zweck der Stiftung Nordhav war die Einrichtung von „Erholungs- und Geselligkeitsheimen für die Angehörigen des Sicherheitsdienstes und deren Familienangehörigen“. Neben vielen dem NS-Regime dienenden Aktivitäten zeichnete Heydrich u. a. für die Eliminierung der polnischen Intelligenzia, die Errichtung der Ghettos, die Beschlagnahmung jüdischen Eigentums und der Deportation der Juden Deutschlands und Österreichs verantwortlich. So ist es – im Sinne der NS-Ideologie – nur folgerichtig, ihn mit der „Endlösung der Judenfrage“ zu beauftragen. Heydrich wiederum übergibt die Planung an Adolf Eichmann (1906-1962), der das „Referat Auswanderung und Räumung“ des RSHA im Rang eines SS-Obersturmbannführers leitet.
Im Auftrage Heydrichs lud Eichmann am 20. Januar 1942 um die Mittagszeit irrtümlich in das Speisezimmer des Gästehauses Am Kleinen Wannsee 16-18 zur „Lösung der Judenfrage“ ein. Er verwechselte das Dienstgebäude der Internationalen Kriminalpolizeilichen Kommission mit dem Gästehaus Am Großen Wannsee. Die richtige Adresse wurde handschriftlich eingefügt.
Über das Ergebnis berichtete Adolf Eichmann in einem 15-seitigen Protokoll, das an die Teilnehmer verschickt wurde. Von 30 Ausfertigungen blieb lediglich die 16. erhalten. „Die 15 Teilnehmer der Konferenz gehörten zu den Funktionseliten des nationalsozialistischen Regimes. Ihre Viten zeigen, dass viele eine akademische Ausbildung abgeschlossen… hatten. Acht von ihnen trugen einen Doktortitel. Sie waren zumeist ‚gutbürgerlicher‘ Herkunft“, fasst Dr. Norbert Kampe, Leiter der Gedenkstätte, in seiner Beschreibung von der Konferenz zusammen. Während Heydrich im Juni 1942 als amtierender Statthalter des Protektorats Böhmen und Mähren einem Attentat in Prag erlag, begingen zwei Konferenzteilnehmer im Mai 1945 Selbstmord, Roland Freisler, berüchtigter Präsident des „Volksgerichtshofs“, kam bei einem Luftangriff im Keller des Gerichtshofs ums Leben, einer geriet wegen einer Intrige selbst in ein KZ, zwei wurden hingerichtet, andere starben unbehelligt im Laufe der Nachkriegszeit. Adolf Eichmann wurde nach seiner Flucht nach Argentinien nach Israel verbracht und während seines Prozesses 1961 in erster und zweiter Instanz zum Tode verurteilt und im Juni 1962 hingerichtet. 50 Jahre später, im Juli 2011, wurde im Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“ in einer Sonderausstellung an den Prozess erinnert.
Bis zum Kriegsende gab es unterschiedliche Nutzungen des Hauses. Das nachfolgende Zitat ist als Beispiel unter vielen zu werten: „Im September 1943 soll im Haus ein Abschiedsempfang für Agenten aus dem arabischen Raum, die ins Britische Mandatsgebiet Palästina entsandt werden sollten, stattgefunden haben, …auch der ‚Großmufti von Jerusalem‘ soll teilgenommen haben.“ In Anbetracht desen, dass Eichmann gern damit prahlte, wie vertraut er mit dem Großmufti war, ist das durchaus glaubhaft. Inwieweit es bauliche Veränderungen seit der Minoux-Zeit bis 1945 gegeben hat, ist heute nicht mehr feststellbar, da sämtliche Bauakten verloren gegangen sind. 1945 waren zunächst offenbar russische Marinesoldaten, nachfolgend amerikanische Offiziere im Haus. 1946 ging das Grundstück in den Besitz des Magistrats von Groß-Berlin über, der es der SPD-Bildungsstätte „August Bebel“ zur Verfügung stellte. Nachfolgemieter wurde das Schullandheim des Bezirks Berlin-Neukölln. Dann begann eine Zeit widersprüchlicher, sogar peinlicher Begehrlichkeiten auf Haus und Park. Aufteilungen, auch Abrisspläne wurden erörtert.
Der renommierte Historiker Joseph Wulf setzte sich Mitte der sechziger Jahre nachdrücklich dafür ein, das Gebäude zu einem Ort der Dokumentation und Erinnerung zu machen. Er fand namhafte Unterstützer aus Politik, Kirchen und Bildung. Alle Vorschläge, auch der Plan, ein neues Schullandheim zu finanzieren und zu bauen, wurden vehement abgelehnt. Nach vielen Jahren des vergeblichen Kampfes, als auch der Unterstützerkreis aufgab, war Wulf, der das Ghetto Krakau, das KZ Auschwitz, den Todesmarsch überlebt hatte, ein gebrochener Mann. Er nahm sich 1974 das Leben. Kurz zuvor schrieb er an seinen Sohn David: „Ich habe hier 18 Bücher über das Dritte Reich veröffentlicht und das alles hatte keine Wirkung. Du kannst Dich bei den Deutschen totdokumentieren, es kann in Bonn die demokratischste Regierung sein – und die Massenmörder gehen frei herum, haben ihr Häuschen und züchten Blumen…“
Es sollte bis 1987 dauern, als das Grundstück in das Vermögen des Landes Berlin übertragen wurde und das Schullandheim nach Schwanenwerder umzog. Am 29. September 1988 wurde das gesamte Grundstück in die Denkmalliste Berlins eingetragen. Zum 50. Jahrestag der „Wannsee-Konferenz“ wurde die Villa als Gedenkstätte eröffnet. „Was verdrängt wird, holt uns wieder ein“, sagte die damalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth bei der Eröffnung am Vorabend des Gedenktages, am 19. Januar 1992. 2006 wurde die „Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz“ in das vom Abgeordnetenhaus von Berlin beschlossene „Gesetz zum Schutz von Gedenkstätten“ aufgenommen.
Michael Haupt weist darauf hin, dass „…die heutige Gedenkstätte Schulklassen, Jugend- und Erwachsenengruppen vielfältige, kostenlose Möglichkeiten bietet, sich im Rahmen von deutsch- und fremdsprachigen Führungen durch die Dauerausstellung oder in Seminaren und Studientagen mit der Geschichte des Nationalsozialismus und mit der Entrechtung und Ermordung der europäischen Juden zu befassen. Eine umfangreiche Bibliothek und Mediothek mit 50.000 Bänden ergänzt das pädagogische Angebot. Der Eintritt in die Ausstellung „Die Wannsee-Konferenz und der Völkermord an den europäischen Juden“ ist kostenlos.
be
Besucherinformationen:
http://www.ghwk.de/besucherinformation.htm
Adresse:
Am Grossen Wannsee 56-58
14109 Berlin
Telefon: 030 – 80 50 01 0 – Öffnungszeiten: Mo-So 10-18 Uhr
Eintritt: frei – Führungen nach Vereinbarung
Quellen:
Michael Haupt: Das Haus der Wannsee-Konferenz
Norbert Kampe: Die Wannsee-Konferenz
Bettina Stangneth: Eichmann vor Jerusalem
Johannes Tuchel: Am Großen Wannsee 56-58
Wenn Bäume erzählen könnten
„NS-Lager entdeckt“, meldete die „taz“ im November 1994. Zwölf Jahre später, 2006, wurde das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide der Öffentlichkeit übergeben.
Blickt man in die schönen hohen Kiefern auf dem ca. 32.000 m² umfassenden ehemaligen Reichsbahn- und einem jüdischen Ziegeleibesitzer gehörenden Gelände zwischen Britzer, Köllnischer und Rudower Straße in Niederschöneweide fällt es schwer, sich vorzustellen, dass in dem heute noch größtenteils vorhandenen Baracken-Ensemble Menschen unter unwürdigen Bedingungen leben mussten. Ab 1943 hatte man sie hierher verschleppt. Ob man davon ausgeht, dass elf oder bis zu zwölf Millionen Menschen aus ganz Europa für die deutsche Wirtschaft, vornehmlich in der Rüstungsindustrie, eingesetzt waren, ist sekundär in Anbetracht der lebensbedrohenden Bedingungen, denen sie ausgesetzt waren. Brutal herausgerissen aus ihrem Zuhause mussten sie schutzlos jede nur denkbare Willkür ertragen.
Man schätzt, dass es in ganz Berlin 3.000 Zwangsarbeiterlager unterschiedlicher Größe gegeben hat. Schöneweide ist das einzige, das weitgehend erhalten geblieben ist. Man gab ihm den Namen GBI 75/76, das in der Verantwortung des „Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt", Albert Speer, lag und allgemein das „Italienerlager“ genannt wurde. Neben italienischen Bauarbeitern wurden aber auch polnische und sowjetische Personen interniert.
Der Ortsteil Schöneweide gehörte zu einem ausgedehnten Industriegebiet. Große Unternehmen wie die AEG oder die Akkumulatoren und Batterien herstellende Firma Pertrix forderten für ihre Produktion vornehmlich Frauen an, die im zwölfstündigen Rhythmus gesundheitsgefährdende Arbeit verrichten mussten. Die Ernährung bewegte sich im Rahmen des Existenzminimums. „Vernichtung durch Arbeit“, lautete eines der zynischen Credos der Nationalsozialisten. Kurz vor dem Eintreffen der Roten Armee wurde ein Teil der Lagerinsassen – weibliche KZ-Häftlinge – in das KZ Sachsenhausen verbracht, wo sich ihre Spur verliert.

- Baracke Nummer 13
In den Jahren nach dem Krieg erfuhren die nur wenig beschädigten Gebäude eine unterschiedliche Nutzung. Zunächst durch die Rote Armee, später kamen kleinere Handwerksbetriebe und ein Impfstoff-Institut hinzu. Bauliche Veränderungen wurden vorgenommen, so dass heute nur die Baracke Nummer 13 weitgehend im Originalzustand erhalten ist.
Das Lagergeschehen war von Anbeginn an von den Bewohnern der umliegenden Miethäuser mühelos zu bemerken. Ebenso verhielt es sich in der Nachkriegszeit. Doch erst 1989/90 weckte das kleine Areal Interesse und Neugierde auf seine Geschichte. Verschiedene Gruppen nahmen sich der Geschichtsforschung an, unter anderem die „Berliner Geschichtswerkstatt“. Quellen, auf die man zurückgreifen konnte, waren rar. Nachdem die Bundesregierung begann, die noch lebenden und auffindbaren Zwangsarbeiter zu entschädigen, war der Zeitpunkt für die Einrichtung eines Dokumentationszentrum gekommen, der einem Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses entsprach.
Dr. Christine Glauning ist die Leiterin des in die Denkmalliste aufgenommenen Erinnerungsortes, der organisatorisch mit der Stiftung Topographie des Terrors verbunden ist. Sie berichtet, dass viele Gruppen, auch Schulklassen, vorbei kommen, um zu erfahren, was damals geschah. Aber auch Besucher aus dem Ausland, deren Familienangehörige zu Zwangsarbeit herangezogen wurden, haben die Stätte besichtigt.
Auch wenn die eingangs erwähnten schönen Kiefern alles gehört und gesehen haben, hilft das nicht weiter, und so werden für die ab Mai 2013 geplante Dauerausstellung Zeitzeugen und Exponate gesucht. „Mit Veranstaltungen, Führungen, Seminaren und Lehrerfortbildungen bei freiem Eintritt machen wir auf das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Schöneweide aufmerksam und wir wünschen uns vor allem, dass mehr Schulklassen eines unserer vielen Angebote wahrnehmen“, sagt Dr. Christine Glauning.
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Besucherinformationen:
http://www.topographie.de/dz-ns-zwangsarbeit/
Quellen: „Baracke 13“ – Biographien
„Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Schöneweide“
Was bleibt sichtbar in Plötzensee?
„Nicht viel“, hält Brigitte Oleschinski in ihrer von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand herausgegebenen Broschüre „Gedenkstätte Plötzensee“ fest. Wohl gerade deshalb ist dieser authentische Ort, der an die Opfer und die Täter erinnert, so beeindruckend.
1946 lobte der Magistrat der Stadt Berlin einen Wettbewerb zur Errichtung eines Mahnmals für die Opfer des Faschismus in Plötzensee aus. Erste Entwürfe wurden im Weißen Saal des kriegszerstörten, aber noch vorhandenen Berliner Schlosses gezeigt, allerdings nicht verwirklicht. 1951 wurde ein Teil des den ehemaligen Hinrichtungsschuppen umgebenden Geländes vom Strafgefängnis Plötzensee abgetrennt und am 14. September 1952 als stiller Gedenkort eingeweiht. Man betritt ihn am Hüttigpfad durch ein schmiedeeisernes Tor und erreicht nach mehreren Stufen einen von hohen Mauern eingerahmten Hof, um vor einer Gedenkmauer mit den eingemeisselten Worten „Den Opfern der Hitlerdiktatur der Jahre 1933-1945“ stehen zu bleiben. Wenige Schritte dahinter befindet sich die ehemalige Hinrichtungsstätte. Sie ist heute in zwei Räume unterteilt. Zur Linken der Richtort mit einem Balken mit früher acht, heute nur noch fünf Haken, an denen die Verurteilten erhängt worden sind. Der Nachbarraum dokumentiert das Geschehene. In unmittelbarer Nähe steht eine 1956 aufgestellte, große steinerne Urne mit der Erde aus Konzentrationslagern zum Gedächtnis an die Opfer. Mit der Gestaltung der Anlage wurde der Berliner Architekt und Leiter der Entwurfsabteilung des Hochbauamtes von West-Berlin, Bruno Grimmek (1902-1969), betraut.

- Ehemaliger Hinrichtungsraum
Die heutige Justizvollzugsanstalt Berlin-Plötzensee entstand 1879 auf einem dem königlichen Forstfiskus gehörenden Gebiet des Gutsbezirks Plötzensee. Auf 25 Hektar wurden Gefängnishäuser für 1.200 Strafgefangene, Verwaltungsbauten, Arbeitsbaracken, ein Haftkrankenhaus, eine Kirche und Beamtenwohnungen in roter Ziegelbauweise gebaut. Am 1. Oktober 1920 trat das sogenannte Groß-Berlin-Gesetz in Kraft, das eine umfassende Stadterweiterung zur Folge hatte. Seit dieser Zeit gehört Plötzensee zu Charlottenburg, nun Charlottenburg-Wilmersdorf.
Während in einer Zeitspanne von 42 Jahren (1890 bis 1932) insgesamt 36 Todesurteile vollstreckt wurden – als Tatbestand galten Mord oder schwere Sprengstoffverbrechen – waren es in den zwölf Jahren des Hitler-Regimes 2.891. Die ersten Hinrichtungen fanden auf einem Hof mit dem Handbeil statt. 1936 wurde auf „Befehl des Führers“ das Töten mit der Guillotine angeordnet, die allerdings in der „Reichshauptstadt“ nicht vorhanden war. In aller Heimlichkeit schaffte man sie aus der badischen Strafanstalt Bruchsal herbei. Im folgenden Jahr wurde eine Arbeitsbaracke als Hinrichtungsort bestimmt und dort die Guillotine aufgestellt, deren Abdruck auf dem Fußboden noch heute erkennbar ist.
Der Beschluss eines Kriegssonderstrafrechts „legitimierte“ die Behörden, ab 1939 praktisch alle Delikte mit dem Tode zu bestrafen. Je länger der Krieg dauerte, umso zügelloser wurde die Verfolgung von Regimegegnern. Mit dem Tode bestraft wurde, wer sich kritisch zu Staat und Krieg äußerte, nicht mit „Heil Hitler“ grüßte, politische Witze erzählte, Feindsender (BBC) hörte, die Verdunkelung bei Luftangriffen nicht einhielt, Landesverrat übte, Mundraub beging, Schwarzschlachtung vornahm oder Juden, Kommunisten, Zeugen Jehovas oder Zwangsarbeiter bei sich aufnahm oder sich für sie einsetzte. Alle Gesellschaftsschichten waren betroffen. Geistliche, die von der Kanzel herab die Euthanasie geißelten oder zum Gebet für „nichtarische“ Menschen aufriefen, Journalisten, Arbeiter, Gewerkschafter, Künstler. Die politischen Motive der unterschiedlichen Widerstandskreise waren vielfältig. Sie reichten vom Attentat bis zu Umsturzplänen.
In dem kleinen Plötzenseer Dokumentationsraum findet man einen historischen Gesamtüberblick und einige Abschiedsbriefe der Delinquenten. Zum Beispiel diese beiden:
Hans Dobroszczyk schreibt am 3. März 1943: „Liebe Frau und Tochter, ich bin unschuldig verurteilt worden zum Tode, warum kann ich nicht schreiben. Bleibt recht gesund und munter. Euer Papa.“ Erläuterung: „Er hat nach einem Luftangriff von einem Ruinengrundstück eine Tasche aufgehoben. Das gilt als Plünderung. Er wird denunziert, festgenommen und noch am selben Tag vom Sondergericht beim Landgericht Berlin zum Tode verurteilt.“ – Das Denunziantentum in dieser Zeit hatte Hochkonjunktur.
Krista Lavickovà ist Mitglied der „Europäischen Union“, einer Vereinigung Gleichgesinnter aus verschiedenen europäischen Ländern, die verfolgten Menschen helfen wollen. Die Gruppe fliegt auf. Mit ihr werden 16 Mitglieder vom „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt. Ein Auszug aus Ihrem Brief: "11. 8. 1944, Berlin-Plötzensee, Königsdamm 7: ,Meine geliebte Ilsinko und mein lieber Friedl, nun ist doch das eingetroffen, was wir nicht mehr erwartet haben. Wenn Du meinen Brief erhältst, dann tut mir nichts mehr weh… In meinem Horoskop steht, dass der Tod bei klarem Bewusstsein eintritt und so wird es auch bei mir sein, wenn es in wenigen Stunden so weit ist. Ihr könnt es mir glauben, ich bin ganz ruhig und einesteils froh, daß aller Schmerz ein Ende hat. Im Geiste umarme ich Euch zum letzten Mal…'“ Krista Lavickovà wusste, dass ihre Eltern und ihre Tochter ebenfalls zum Tode verurteilt worden waren. Sie wurden neun Monate nach ihr getötet.
Bei einem Luftangriff am 3. und 4. September 1943 wurde auch der Hinrichtungsschuppen getroffen und das Fallbeil so beschädigt, dass es nicht mehr benutzt werden konnte. Trotzdem ging das Töten weiter. In der Nacht vom 7. auf den 8. September wurden 186 Menschen an dem am hinteren Teil des Raumes angebrachten Galgen bei Kerzenlicht gehängt, weil das elektrische Licht ausgefallen war. „‘Versehentlich‘ auch sechs Gefangene, deren Urteilsvollstreckung überhaupt nicht angeordnet war.“ Als Vollstreckungsleiter fungieren ein Landgerichtsdirektor als Vertreter des Oberreichsanwalts beim „Volksgerichtshof“ und ein Staatsanwalt von der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin. Bis zum 12. September sind 250 deutsche, französische und tschechische Häftlinge ermordet worden. Als „Blutnächte von Plötzensee“ ist diese Zeit in die Geschichte eingegangen.
Der Gefängnisseelsorger Harald Poelchau berichtete: „…Immer acht Mann wurden namentlich aufgerufen und abgeführt. Einmal unterbrachen die Henker ihre Arbeit, weil Bomben in der Nähe krachend niedersausten… Dann ging das Morden weiter…“
Der Lohn eines Scharfrichters betrug damals (jährlich) 3.000 Reichsmark. Pro Hinrichtung kamen 65 Reichsmark hinzu. Die Angehörigen der Verurteilten erhielten für jeden Hafttag eine Rechnung von 1,50 Reichsmark. Die Hinrichtung wurde mit 300 Reichsmark veranschlagt, und das Übersenden der Kostenrechnung betrug 12 Pfennige. Alle Leichname wurden dem Anatomisch-Biologischen Institut der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität (seit 1946 Humboldt-Universität zu Berlin) übergeben, das sich bald überfordert fühlte.
Der Versuch ziviler und militärischer Kreise um Claus Schenk Graf von Stauffenberg vom 20. Juli 1944, die Nazi-Regierung zu stürzen, schlug nicht nur fehl, sondern endete mit dem Tod von vermutlich 86 Verschwörern allein in Plötzensee. Ein Teil der entwürdigenden, durch Bild- und Tondokumente belegten Prozesse erfolgte im Kammergericht Berlin in der Elßholzstraße.

- Ehrenmauer der Gedenkstätte
Der 20. Juli ist einer der wichtigsten Gedenktage in der Bundesrepublik. Auf Einladung der Bundesregierung findet an jedem Jahrestag an vielen historischen Orten eine Kranzniederlegung im Rahmen einer Feierstunde statt. Anläßlich des 67. Jahrestages gedachte die Bundesregierung am 20. Juli 2011 in Plötzensee der Männer und Frauen, die sich mutig gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft gestellt hatten und dafür mit ihrem Leben bezahlen mußten. Die Begrüßung in Anwesenheit des Bundespräsidenten übernahm der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Thomas de Maizière, dem sich das Grußwort des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, anschloss. Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert hielt die Gedenkrede. Die Kranzniederlegung erfolgte durch Repräsentanten der Verfassungsorgane des Bundes und des Landes Berlin sowie der Stiftung 20. Juli 1944. Getragen wurden die Kränze von Polizeischülern der Bundespolizei und Soldaten des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung. Die musikalische Umrahmung gestaltete das Wehrbereichsmusikkorps III Erfurt. Gebunden an dieses Datum ist das abendliche Gelöbnis der neuen Bundeswehrsoldaten vor dem Reichstagsgebäude des Deutschen Bundestages.
Die beiden in der Nachbarschaft liegenden Gedenkkirchen, das Evangelische Gemeindezentrum und Karmel Regina Martyrum, laden zu Abendmahlsfeiern und Gottesdiensten sowohl am Mahnmal als auch in ihren Häusern ein. Unabhängig von diesem offiziellen Datum besuchen Schulklassen die Stätte, um sich zu informieren und Angehörige, um ihrer Toten zu gedenken.
1949, mit der Verabschiedung des Grundgesetzes, wurde in der Bundesrepublik die Todesstrafe abgeschafft. In der DDR existierte sie noch bis 1987. Das letzte Todesurteil wurde 1981 an dem MfS-Offizier Dr. Werner Teske vollstreckt. Nachdem ihm Zweifel am System der DDR gekommen waren, plante er seine Flucht in die Bundesrepublik. Sein Plan flog auf, und das System schlug zu.
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Bilddokumentation: Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Besucherinformation:
www.gedenkstaette-ploetzensee.de/contact_dt.html
Quellen:
Gedenkstätte Stiftung Deutscher Widerstand
Brigitte Oleschinski „Gedenkstätte Plötzensee“
Kurzmeldund BMI (Bundesministerium des Innern)
Edition Luisenstadt
Aufklärung gegen Verklärung
Die Gedenkstätte Hohenschönhausen arbeitet täglich gegen das Vergessen
Im August hat Hubertus Knabe eine Mauer eingerissen. Gemeinsam mit Kulturstaatssekretär André Schmitz und Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel, Abteilungsleiterin beim Bundeskulturbeauftragten, hat der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen im Sommer 2011 mit dem Hammer die neuen Bauarbeiten für die Einrichtung feierlich begonnen. Unter anderem sollen die umfangreichen Umgestaltungen Platz für eine Dauerausstellung, ein neues Besucherzentrum und Veranstaltungsräume schaffen. Entscheidend ist, dass der Ort in Zukunft auch neben den angebotenen Führungen besucht werden kann. „Ich freue mich, dass der Umbau der Gedenkstätte in ein modernes Museum nunmehr beginnt“, so Hubertus Knabe. Die Erweiterungen, die ein Bauvolumen von 16 Millionen Euro haben, sind aus zweierlei Gründen notwendig geworden. Einerseits werden sie den kontinuierlich steigenden Besucherzahlen gerecht. Am 3.11.2010 begrüßte Herr Knabe den zweimillionsten Besucher seit der Eröffnung der Gedenkstätte im Jahr 1994. Andererseits werde das moderne pädagogische Angebot ein weiterer Schritt sein, dem Vergessen und der verbreiteten Neigung zur Verklärung der SED-Diktatur entgegenzuwirken, so Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel zu den Umbauarbeiten.

- Ein Wachturm ragt über die Gefängnismauer in Hohenschönhausen
Noch heute arbeitet die Gedenkstätte Hohenschönhausen tagtäglich gegen Verklärung und Vergessen. Dazu gibt es genug Anlass. Die Aussage des früheren stellvertretenden Minister für Staatssicherheit Wolfgang Schwanitz, das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) habe nicht gefoltert, ist dabei nur ein Beispiel. In einem Interview äußerte sich Schwanitz zu den Foltervorwürfen folgendermaßen: Die Behauptungen seien „das Resultat von zwanzig Jahren Meinungsmache und kollektiver Verdummung“. Des Weiteren bezeichnen ehemalige MfS-Mitarbeiter die Arbeit der Gedenkstätte als phantasievolle Erzählungen und Gruselberichte.
Die Wochenzeitung „Der Spiegel“ schrieb zu den Strategien der alten Kader, das „sind Methoden der Zersetzung, die hier wieder funktionieren“. So wie in alten Zeiten: „Bewährte anzuwendende Formen der Zersetzung sind: Systematische Diskreditierung des öffentlichen Rufes, des Ansehens und des Prestiges“, so steht es in der „Richtlinie Nr. 1/76, MfS Nr. 100/76“. So wurde es gelehrt.
An der 1951 gegründeten Juristischen Hochschule in Potsdam wurden Mitarbeiter des Gefängnisses in operativer Psychologie ausgebildet. Was das genau bedeutet, können Besucher heute in der Gedenkstätte bei einer Führung mit ehemaligen Insassen erfahren: Ständige Verhöre zu jeder Zeit, Isolation, Schikanierungen und andauernde Überwachung. Gängige Foltermethoden waren tropfende Wasserhähne in der Zelle, wechselnde Wassertemperaturen beim Duschen und Schlafentzug. Es gab Dunkelzellen und Gummizellen.

- Die typische Einzelzelle im Gefängnis
Sigrid Paul (1934-2011), die zwischen 1963 und 1964 mehrfach in Hohenschönhausen inhaftiert war, bestätigt die Verhältnisse. „In den ersten vierzehn Tagen war ich, wie fast alle politischen Häftlinge zu meiner Zeit, einem permanenten Schlafentzug ausgesetzt. Das bedeutet, daß auch in der Nacht das Licht durchgehend an war.“ Zermürbend war auch, dass jeglicher Kontakt zur Außenwelt verboten wurde. Mit gezielten Fehlinformationen zum Schicksal ihrer Familie und Freunde wurde sie zusätzlich unter Druck gesetzt. Bei einer Vernehmung wurde Sigrid Paul mitgeteilt, dass einer ihrer Freunde an der Grenze durch eine Kopfschuss getötet wurde, was nicht stimmte.
Für die Zeit ab den 1960er Jahren war diese Vorgehensweise charakteristisch. Die DDR strebte nach internationaler Anerkennung und physische, nachweisbare Folter waren schlechte Werbung. Aus diesem Grund ging das MfS zur psychischen Folter über und versuchte gezielt, die Persönlichkeit des Gefangenen zu destabilisieren und zu zersetzen. Noch heute haben viele ehemalige Häftlinge mit den Spätfolgen der Folter zu kämpfen. Familien wurden zerrissen, Ehen wurden geschieden.
Während ehemalige MfS-Mitarbeiter per Gesetz ihre alten Renten ausgezahlt bekommen, steht eine angemessene Haftentschädigung für die Opfer nach wie vor aus. „Es ist wie früher: Die unverhältnismäßig hoch besoldeten MfS-Offiziere sind privilegiert, die von ihnen Geschundenen müssen ihr Recht suchen“, so schrieb kürzlich die Zeitung „Der Tagesspiegel“.
Für die Aufarbeitung der Verbrechen des MfS muss die Gedenkstätte Hohenschönhausen noch mehr tun als eine Mauer einreißen um Platz zu schaffen. Sie muss auch die Mauer in den Köpfen vieler einreißen. Denn die DDR ist mehr als Ampelmännchen und Vita Cola.
mh
Besucherinformationen:
www.stiftung-hsh.de
Illustration
Wir danken allen Einrichtungen für die freundliche Bereitstellung des Bildmaterials.
Redaktionsteam:
Kristina Behnke (be), Katja Cwejn (cwe), Markus Hanfler (mh)




