Das im Jahr 1938 errichtete Gebäudeensemble umfasst das Hauptgebäude und mehrere Nebengebäude im Hof. Als einzige Feuerwache aus dieser Zeit steht es unter Denkmalschutz. Sanierungsarbeiten betrafen das komplette Hauptgebäude, eine Tankstelle und das rechte Nebengebäude, ein Lager und zwei Fahrzeughallen, eine Werkstatt mit Lager und Heizhaus sowie die Hofbefestigung inklusive der Grundleitungen. Für die Instandsetzung wendete die BIM ein Budget von € 3,17 Mio. auf.
Die Sanierung von Haupt- und Nebengebäude fand vollständig bei laufendem Dienstbetrieb in mehreren Bauabschnitten statt. Die Rauputzfassade wurde gereinigt und kleinere Fehlstellen behutsam wiederhergestellt. Im Anschluss wurde die Fassade mit einem dem historischen Farbbild angepassten mineralischen Anstrichsystem versehen. Auch die vorhandenen Motive von Feuerwehrmännern an der Fassade wurden aufgearbeitet. Das Dach wurde mit Doppelmuldenfalzziegeln neu eingedeckt. Die alten Fenster wurden nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten durch Einfach-Holzfenster mit Iso-Verglasung ersetzt. Als Beleg wurden im Erdgeschoss alle 13 überlieferten Kastendoppelfenster einschließlich der Jalousien fachgerecht aufgearbeitet.
Im Innenbereich wurden die Fahrzeughallen, Tages- und Ruheräume, Dienstzimmer, alle Sanitärbereiche und die Küche saniert. Die Arbeiten schlossen auch alle Schmutz- und Frischwasserstränge, das Heizungsnetz sowie die gesamte elektrotechnische Anlage mit Beleuchtung und Alarmlicht ein.
Das Aufmaßprojekt der BIM
Exakte und umfassende Daten sind die Grundlage jeder professionellen Immobilienverwaltung. Daher ist es Kernaufgabe der BIM, eine transparente und vergleichbare Datenlage im eigenen Portfolio zu schaffen. Die Basis bildet dabei das Pflichtenheft für die Gebäudedokumentation und die Standardisierung des Aufmaßverfahrens. Im Vermessungsprozedere erfasst die BIM sowohl die Grundrisse aller Gebäude als auch die Nutzungsart der jeweiligen Räumlichkeiten nach DIN 277. Auch die Beschaffenheit des Bodenbelages, die Fensterflächen und andere Raummerkmale fließen in die Datenbank des Aufmaßprojektes ein. Um die Qualität der Daten zu sichern, findet in jedem vermessenen Gebäude eine Überprüfung von 10 Prozent der Maße statt.
Die bisherige durch die BIM vermessene Bruttogrundfläche beträgt zirka 3 Mio. m². Damit ist nach Abschluss der Arbeiten für die Polizei und Feuerwehr, deren Immobilienbestand alleine bereits rund 1 Mio. m² Bruttogrundfläche ausmacht, das gesamte Sondervermögen vermessen. Die Bereitstellung der gesicherten Datenbasis bietet die Grundlage für genaue Mietflächenberechnungen und exakte und schnelle Ermittlungen der Maße, beispielsweise für eine Ausschreibung von Reinigungsleistungen in den Gebäuden. Die Aktualisierung des Datenbestandes hat auch andere Auswirkungen. So wurden in den vermessenen Gebäuden etwa 17 Prozent mehr Fläche entdeckt als in den Altdaten vermerkt war.
Nicht nur Gebäude werden vermessen, auch die Außenanlagen werden im System detailgenau erfasst. Dazu gehören die Grundstücksgrenzen, aber auch PKW-Stellplätze und andere Einzelheiten. Dieser umfassende Datenpool erlaubt genaue Mietflächenberechnungen und exakte und schnelle Massenermittlungen. Das effektive Instrument unterstützt die systematische Analyse der Portfolios und erleichtert das zielsichere Auffinden geeigneter Immobilien ganz nach den Wünschen der Kunden.
Das Bestandsverzeichnis des Landes Berlin
Das Land Berlin mit seinen zahlreichen Grundstücken und Immobilien verfügt bislang nicht über eine einheitliche Datenbasis seiner Immobilien. Deshalb beschloss der Senat im Sommer 2007 die Schaffung eines einheitlichen, zentralen Bestandsverzeichnisses aller Liegenschaften für das Land Berlin.
Durch die hervorragenden Ergebnisse und die professionelle Durchführung der Aufmaße beim Sondervermögen Immobilien des Landes Berlinzeigte sich die Senatsverwaltung für Finanzen überzeugt, auch für das Großprojekt Bestandsverzeichnis in der BIM den richtigen Partner gefunden zu haben. Daher wurde der BIM die Projektleitung für das dreijährige Vorhaben übertragen, an dem neben der Senatsverwaltung für Finanzen auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und alle Berliner Bezirke beteiligt sind.
Der Umfang des Bestandsverzeichnisses beträgt etwa 10 Mio. m² Bruttogrundfläche. Das mit den Beteiligten angepasste Pflichtenheft für Gebäudedokumentation der BIM gilt als Grundlage der Datenerfassung. Bereits 2008 wurde eine kleine Tranche von Gebäuden vermessen, der Großteil der Arbeiten begann 2009.
Die Schaffung eines umfassenden Bestandsverzeichnisses ist eine große Herausforderung an die BIM. Das Unternehmen als Dienstleister ist gefordert, seine Kompetenz unter Beweis zu stellen und das Projekt zu einem Gewinn für alle Projektbeteiligten werden zu lassen.