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Flughafen Tempelhof

Foto: Flughafen Tempelhof

Vom Exerzierplatz zum geschützten Denkmal

Das erste, was auf dem Tempelhofer Feld in die Luft ging, waren die Drachen der Kinder auf dem ehemaligen Exerzierplatz. 1909 sah man bereits ein Objekt am Himmel, das der amerikanische Flugpionier Orville Wright steuerte und nach einer Weltflugrekordhöhe von 160 Metern sicher landete. Von da an ging es steil bergauf. 1923 hatte sich der vorausschauende Berliner Stadtbaurat Leonhard Adler mit seinem Plan für einen innerstädtischen Flughafen durchgesetzt. Noch bescheiden, aber immerhin, es gab Passagier- und Postflugzeuge.

1924 wurde die Berliner Flughafen-Gesellschaft mbH gegründet und bis 1927 entstanden fünf Flughallen, ein Scheinwerferturm, Funkstation, Abfertigungsgebäude, Warteräume, betonierte Rollbahnen, Besucherterrassen und ein Restaurant. Die Architekten Heinrich Kosina, Paul Mahlberg, später Paul und Klaus Engler, bereiteten das Feld für den Mann vor, der untrennbar mit Tempelhof verbunden ist: Ernst Sagebiel (1892-1970).

Der erste moderne Flughafen der Welt entsteht

Da sich das Fluggastaufkommen von anfangs 150 in wenigen Jahren auf knapp 54.000 Personen belief, erhielt Sagebiel 1935 als Leiter der Abteilung Sonderaufgaben im Reichsluftfahrtministerium den Auftrag für einen kompletten Neubau. Was bis zum Kriegsbeginn 1939 entstand, ist in der Geschichte der Flughafenarchitektur bis heute beispielhaft. Der bekannte englische Architekt Norman Forster betrachtet den Gesamtkomplex als „Mutter aller Flughäfen“. 

Ganz und gar nichts Beispielhaftes, sondern die dunkelsten Seiten deutscher Geschichte dokumentierend, findet sich seit 1994 auf einem stählernen Mahnmal in Reichweite des Flughafengeländes am Columbiadamm. Ab 1933 wurde eine ehemalige Militärarrestanstalt auf dem Tempelhofer Feld von der Gestapo als Haftanstalt für politische Gefangene genutzt. Wenig später wurde aus der Haftanstalt ein Konzentrationslager, dessen Aufseher sich durch besondere Grausamkeit hervortaten. 1936, beim Ausbau des Flughafens, löste man das KZ Columbia auf, und die Gefangenen wurden in das KZ Sachsenhausen verlegt. Das Columbia-Gelände gehörte fortan zum Reichsluftfahrtministerium, in dem Ernst Sagebiel tätig war.

Der Gebäudekomplex mit einer Bruttogeschossfläche von 284.000 m² gehört europaweit zu den größten, blieb aber – kriegsbedingt – unvollendet. Im April 1945 zog zunächst die Rote Armee ein. Einige Wochen später übernahmen die Amerikaner das Flughafengelände, setzten Zerstörtes instand und begannen im Mai 1946 mit dem zivilen Luftverkehr auf der Strecke New York - Berlin.

Die Luftbrücke

Während der Berliner Blockade 1948-1949 landeten im Minutentakt Versorgungsflugzeuge, um West-Berlin am Leben zu erhalten. Pilot Gail Halvorsen warf während des Landeanflugs Süßigkeiten aus dem Cockpit. Andere Piloten machten es ihm nach, und es entstand die liebevolle Bezeichnung „Rosinenbomber“, und das Denkmal zu Ehren der verunglückten Piloten auf dem „Platz der Luftbrücke“ nannten die Berliner wegen seiner Form „Hungerharke“. Ab 1951 war Tempelhof, später auch Tegel, die einzige Möglichkeit für DDR-Flüchtlinge unkontrolliert aus West-Berlin herauszukommen. 1,5 Millionen Flüge wurden 1960 gezählt.

Das enorme Fluggastaufkommen konnte Tempelhof allein nicht mehr bewältigen. Der in den Jahren 1974/75 errichtete Flughafen Tegel-Süd übernahm den Charter- und Pauschalreiseverkehr. Tempelhof wurde für den zivilen Luftverkehr geschlossen, um 1985 von Fluggesellschaften mit kleineren Maschinen wieder genutzt zu werden. 1993 übergab die US Air Force Tempelhof offiziell an die Berliner Flughafengesellschaft.

Nach dem Ende des Flugverkehrs

1996 wurde beschlossen, den „Zentralflughafen Tempelhof“ endgültig aufzugeben und den Flugverkehr zum Großflughafen Schönefeld zu verlagern.

Seit dem 1. November 2008 hat die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, eine Tochtergesellschaft des Landes Berlin, die Bewirtschaftung des denkmalgeschützen Gebäudes einschließlich der Freiflächen übernommen.

Seitdem besteht reges Interesse an der Nutzung dieses einzigartigen Geländes. Mehrere Projekte konnten bereits zum Abschluss gebracht werden. Weitere folgen. Die Geschichte des Flughafens Tempelhof wird fortgeschrieben.

Mehr Informationen: www.flughafen-tempelhof.de

Fotogalerie

Foto: Das ehemalige Flughafenrestaurant mit Blick auf das Rollfeld - Klicken zum Vergrößern
Das ehemalige Flughafenrestaurant mit Blick auf das Rollfeld
Foto: Eingang zum Flughafenrestaurant mit Anzeigetafeln - Klicken zum Vergrößern
Eingang zum Flughafenrestaurant mit Anzeigetafeln
Foto: Die Empore der Haupthalle - Klicken zum Vergrößern
Die Empore der Haupthalle
Foto: Die Haupthalle des Flughafens Tempelhof - Klicken zum Vergrößern
Die Haupthalle des Flughafens Tempelhof
Foto: Blick in einen Hangar - Klicken zum Vergrößern
Blick in einen Hangar
Foto: Blick vom Flugvorfeld auf das Hauptgebäude - Klicken zum Vergrößern
Blick vom Flugvorfeld auf das Hauptgebäude
Foto (Mila Hacke/BIM): Der Haupteingang des Flughafens bei Nacht - Klicken zum Vergrößern
Der Haupteingang des Flughafens bei Nacht
Foto (Mila Hacke/BIM): Das Flugfeld in einer Nachtaufnahme - Klicken zum Vergrößern
Das Flugfeld in einer Nachtaufnahme
Foto (Mila Hacke/BIM): Der Radarturm am Ende des Gebäudekomplexes - Klicken zum Vergrößern
Der Radarturm am Ende des Gebäudekomplexes
 

Vermietung im Flughafen Tempelhof

Falls Sie Interesse daran haben, Räumlichkeiten in den Gebäuden des Flughafens Tempelhof kurz- oder langfristig zu mieten, nutzen Sie bitte folgende Kontaktdaten:

Tel.:  +49-30-90 166 1500
Email: flughafenvermietung
          @bim-berlin.de

 

Links zum Thema


Flughafen Tempelhof

Die Webseite wird von der BIM angeboten und informiert über die Führungen durch das historische Gebäude und über die Mietmöglichkeiten dieses einzigartigen Eventstandortes.


Denkmaldatenbank: Flughafen Tempelhof

Wissenswertes über das Gebäude des Flughafens Tempelhof in der Denkmaldatenbank der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.


Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Flughafen Tempelhof

Informieren Sie sich auf der Webseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung über die Aktivitäten rund um Tempelhof:
Touren, Termine und Veranstaltungen im Gebäude und auf dem Flugfeld


Grün Berlin: Flughafen Tempelhof

Die Grün Berlin GmbH hat die Aufgaben der Projektentwicklung, des Projektmanagements und des Grundstücksmanagements für die gesamte Freifläche übernommen.

 

Foto (Mila Hacke/BIM): Die nie fertiggestellte Ehrenhalle über dem Eingang zur Haupthalle - Link auf vergrößerte Bildansicht in einem neuen Fenster.

Die nie fertiggestellte Ehrenhalle über dem Eingang zur Haupthalle

 

Foto: Blick von Dach des Flughafens auf das Halbrund des Gebäudes - Link auf vergrößerte Bildansicht in einem neuen Fenster.

Blick vom Dach des Flughafens auf das Halbrund des Gebäudes

 

Foto: Unter dem Gebäude verbergen sich zahlreiche unterirdische Anlagen - Link auf vergrößerte Bildansicht in einem neuen Fenster.

Unter dem Gebäude verbergen sich zahlreiche unterirdische Anlagen