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Maxim Gorki Theater

Foto: Maxim Gorki Theater

Klein, aber oho - Das Maxim Gorki Theater

Zwar bietet das Maxim Gorki Theater nur 440 Zuschauern Platz, ist dafür aber an einem der hübschesten Plätze Berlins zu finden. Berlin-Mitte, Dorotheenstadt, Festungsgraben, Sing-Akademie Kastanienwäldchen, Neue Wache verbinden sich mit seinem Namen. Das klingt nach Geschichte.

Große Namen

Zu beginnen ist mit der Sing-Akademie, die 1791 gegründet wurde, rasch wuchs und ein eigenes Heim brauchte. Carl Friedrich Zelter, Nachfolger des Gründers Carl Friedrich Christian Fasch, regte den Bau eines Konzertsaales an. Ein von Karl-Friedrich Schinkel vorhandener Entwurf wurde von Carl Theodor Ottmer ausgeführt. 1827 bezog die Berliner Singakademie den klassizistischen Bau mit seinem noch heute wegen der hervorragenden Akustik viel gerühmten Saal. Wenn man nachliest, dass die Größten ihrer Zeit am Festungsgraben vertreten waren, ist das keine Übertreibung. Alexander von Humboldt zum Beispiel hielt seine spektakulären Kosmos-Vorlesungen – eine wissenschaftliche Beschreibung der Welt. Sie waren sein Lebenswerk. Der 20jährige Felix Mendelssohn-Bartholdy führte Bachs Matthäuspassion auf, Paganini, Liszt, Clara und Robert Schumann, Rubinstein, Brahms konzertierten, Rudolf Virchow, Ferdinand Graf von Zeppelin oder Ernst Haeckel mieteten den Saal für ihre Referate.

Zwei Monate nach der Märzrevolution 1848 tagte von Mai bis September die Preußische Nationalversammlung im Haus der Berliner Sing-Akademie. Etwas später im damaligen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt, dem heutigen Konzerthaus. Eine Tafel am Gebäude belegt das Ereignis. In den Jahren 1865 bis 1888 erfuhr das Haus am Kastanienwäldchen einige bauliche Veränderungen.

Bis zur Kriegsbeschädigung im Jahre 1943 setzte die Sing-Akademie ihre Konzerttätigkeit fort. Noch während des Krieges entstanden Schallplatten und Filmmusikeinspielungen, so zum Beispiel Marlene Dietrichs Chanson „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“.

Vom Konzertsaal zum Sprechtheater

Originalgetreu wieder hergestellt, wurde aus dem kleinen Konzerthaus 1952 ein Sprechtheater, das nach dem russischen Schriftsteller Maxim Gorki (1868 bis 1936) benannt wurde. Die sowjetische Kulturverwaltung, der das Haus unterstand, hatte den Namen mit Bedacht gewählt. Gegenwartstheater entsprach der kulturpolitischen Nachkriegssituation. Allerdings war Maxim Gorki auch vor dem Krieg kein Unbekannter in Berlin; denn Max Reinhardt inszeniert 1902 u. a. sein Drama „Nachtasyl“.

Zu den Regisseuren, die ihr künstlerisches Ziel an diesem Haus verwirklichen konnten, gehörte zum Beispiel Thomas Langhoff. Die in die Intendantenzeit von Bernd Wilms fallenden Inszenierungen von Katharina Thalbachs „Hauptmann von Köpenick“ mit Harald Juhnke oder „Berlin Alexanderplatz“ mit Ben Becker sorgten wochenlang für ein ausverkauftes Haus.

Ausgehend von der Spielzeit 2006/2007 gehört der Regisseur und Theaterautor Armin Petras dem Haus als Intendant an. Petras, Jahrgang 1964, studierte an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, startete als Regieassistent zunächst in Frankfurt, wechselte dann an die Münchner Kammerspiele. Über Frankfurt (Oder) kam er als fester Regisseur nach Leipzig, wo er 2005 den Leipziger Theaterpreis erhielt. Unter dem Pseudonym Fritz Kater schreibt er Theaterstücke, die u. a. am Deutschen Theater Berlin, am Thalia Theater Hamburg und am Schauspiel Leipzig erschienen. 2008 wurde ihm der Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis zuerkannt. „Zeitgenössische Inszenierungen der klassischen Dramatik und der klassischen Moderne…bestimmen den Spielplan.“ Die Schauspieler Hilke Altefrohne, Fritzi Haberland, Robert Kuchenbuch und Peter Kurth begleiten seinen Weg.

Unter der Adresse Hinter dem Gießhaus findet sich die Studiobühne, die Ur- und Erstaufführungen, Lesungen und Diskussionen Raum bietet, so dass von diesem kleinsten Berliner Staatstheater mit Fug und Recht gesagt werden kann: Klein, aber oho.

 

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Links zum Thema


Maxim Gorki Theater

Ein Überblick über die Geschichte und den aktuellen Spielplan bietet die Webseite des Theaters.


Denkmaldatenbank: Maxim Gorki Theater

Wissenswertes über das Gebäude des Maxim Gorki Theaters in der Denkmaldatenbank der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

 

Foto: Nachtaufnahme des Maxim Gorki Theaters  - Link auf vergrößerte Bildansicht in einem neuen Fenster.

Nachtaufnahme des Gebäudes

 

Foto: Seitenansicht des Gebäudes Maxim Gorki Theater - Link auf vergrößerte Bildansicht in einem neuen Fenster.

Seitenansicht des Gebäudes

 

Foto: Nachtaufnahme des Maxim Gorki Theaters  - Link auf vergrößerte Bildansicht in einem neuen Fenster.

Nachtaufnahme des Gebäudes